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"Wolf Totem": Annaud in China

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"Wolf Totem": Annaud in China

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Jean-Jacques Annaud hat das Buch eines chinesischen Demokratie-Aktivisten verfilmt. Probleme mit den Behörden Chinas hatte er dabei nicht, wie er sagte.

Wolf Totem, so heißt der neue Film von Jean-Jacques Annaud, der gerade in Peking vorgestellt wurde. Er spielt im Jahr 1967 während der Kulturrevolution. Ein Student wird in die Mongolei geschickt entwickelt dort eine tiefe Faszination für Wölfe. Allerdings beschließt die Regierung dann, alle Wölfe der Gegend zu töten. Der Film basiert auf dem 2004 veröffentlichten, semi-autobiographischen Roman “Wolf Totem” von Lü Jiamin. Der hatte das Buch zuvor unter Pseudonym veröffentlicht, immerhin war er an den prodemokratischen Demonstrationen in Peking 1989 beteiligt.

Meinung

Wölfe sind unglaubliche Tiere.

Jean-Jacques Annaud sagte, die chinesischen Behörden hätten ihm keine Steine in den Weg gelegt: “Von Anfang an haben sie mir freie Hand gelassen, sie gaben mir eine Carte blanche. Ich habe das Drehbuch mit großer Freiheit geschrieben. Es passierte die Zensurbehörden ohne Probleme. Sie haben mich dann auch auf Grundlage dieses Drehbuchs frei drehen lassen. Niemand hat mich täglich kontrolliert. Ich habe ihnen dann erste Aufnahmen gezeigt, und es gab keinerlei negative Kommentare.”

Der Film entstand in chinesisch-französischer Koproduktion. Sein Hauptthema ist laut Annaud die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Der Naturschutz sei immer eine Konstante seines Schaffens gewesen, so Annaud. Erfolg hatte er damit immerhin schon mal bei seinem Hauptdarsteller Feng Shaofeng.

“Für mich als Schauspieler war das eine spannende Reise. Uns wurde immer erzählt, Wölfe seien sehr wilde Tiere, die Menschen fräßen. Als ich mich dann aber während der Dreharbeiten mit ihnen befasste, veränderte sich meine Einstellung total. Ich denke, Wölfe sind unglaubliche Tiere. Sie sind Jäger, aber sie leben als hochdiszipliniertes Team.”

“Wolf Totem” kommt noch im Februar in China und in Frankreich in die Kinos.