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Indien: Aufgebrachte Menge tötet mutmaßlichen Vergewaltiger

In der indischen Stadt Dimapur im Nordosten stürmten tausende Menschen das Gefängnis. Die aufgebrachte Menge holte den Mann heraus und brachte ihn um.

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Indien: Aufgebrachte Menge tötet mutmaßlichen Vergewaltiger

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Die Ruhe nach dem Sturm: In der indischen Stadt Dimapur im Nordosten herrscht Ausgangssperre.

Tausende Menschen hatten hier am Donnerstag das Gefängnis gestürmt.

Die aufgebrachte Menge holte einen mutmaßlichen Vergewaltiger heraus und brachte ihn um.

Ob es auch damit zu tun hatte, dass der Mann zu den unbeliebten Einwanderern aus dem benachbarten Bangladesch gehörte, ist ungeklärt.

An diesem Freitag wurde nun in der Stadt Benares ebenfalls ein Mann von einer Menschenmenge getötet.

Ihm und anderen hatten mehrere Frauen einen Angriff vorgeworfen.

Indien hat ein großes Problem mit Gewalt gegen Frauen.

Weltbekannt wurde dieses Problem durch die Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau Ende 2012.

Die Frau starb wenig später.

Mit den Ereignissen von damals befasst sich jetzt der Dokumentarfilm “India’s Daughter” der britischen Regisseurin Leslee Udwin.

In diesem Film zeigt sich einer der Täter – der inzwischen zum Tode verurteilte Mukesh Singh – reuelos; er gibt vielmehr dem Opfer die Schuld.

Indiens Regierung hat die Ausstrahlung des Films – geplant für den Weltfrauentag am 8. März – verboten; das begründet sie unter anderem mit diesen Aussagen.

Außerdem wirft sie der Filmemacherin vor, sie habe bei den Aufnahmen im Gefängnis gegen Drehgenehmigungen verstoßen.

Udwin bestreitet das: So sagt sie, die Gefängnisleitung habe das Rohmaterial von dem Dreh gar nicht sehen wollen – während ihr nun vorgeworfen wird, sie habe es nicht gezeigt.

Auch auf der Internet-Videoseite Youtube ließ Indien den Film für seine Bürger sperren.

Inzwischen hatte “India’s Daughter” aber am Mittwoch in der dänischen Hauptstadt
Kopenhagen Weltpremiere.

In etlichen Ländern wird der Film wie geplant am Sonntag gezeigt.