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Vier Jahre danach: Japan gedenkt der Dreifachkatastrophe

Japan hat der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe von vor vier Jahren gedacht. Um 14.46 Ortszeit, dem Zeitpunkt, an dem das Erdbeben im Pazifik ausbrach, verharrten viele im Land in einer Schweige

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Vier Jahre danach: Japan gedenkt der Dreifachkatastrophe

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Japan hat der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe von vor vier Jahren gedacht. Allein in der Küstenstadt Ishinomaki kamen 3700 Menschen ums Leben. Insgesamt gab es fast 19.000 Tote.

Meinung

Für die Überlebenden bleiben die Lebensumstände schwierig.

Um 14.46 Ortszeit, dem Zeitpunkt, an dem das Erdbeben im Pazifik ausbrach, verharrten viele im Land in einer Schweigeminute. Bei der zentralen Gedenkzeremonie in Tokio erinnerte Kaiser Akihito an das weiterhin andauernde Leid der Evakuierten: “Für die Überlebenden bleiben die Lebensumstände schwierig. Es ist wichtig, dass die Nation vereint hinter ihnen steht.”

Der Wiederaufbau läuft schleppend. Ministerpräsident Shinzo Abe versprach mehr Unterstützung für die Flüchtlinge. 230.000 Menschen leiden seinen Worten nach weiterhin unter den Folgen von Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe. Zehntausende leben immer noch in containerähnlichen Behelfsunterkünften.

Die 20-Kilometer-Zone rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ist immer noch Sperrgebiet. Viele Familien wurden nach der Katastrophe getrennt und leben weiterhin nicht zusammen. Ein Großteil der Evakuierten hat laut einer Umfrage mit physischen und psychischen Krankheiten wie Depressionen zu kämpfen. Etwa 70 Prozent der Einwohner der Präfektur Fukushima seien demnach unzufrieden mit dem Katastrophenmanagement der Regierung, berichtet die Zeitung Asahi Shimbun.

Abe kündigte einen neuen Fünfjahresplan für den Wiederaufbau an. Details nannte er nicht. Schätzungen zufolge hat die Regierung den drei am schlimmsten betroffenen Regionen der Umwelt- und Naturkatastrophe Hilfen in Höhe von umgerechnet etwa 47 Milliarden Euro bereitgestellt. Ein Grund für den schleppenden Wiederaufbau ist der Mangel an Bauarbeitern. Zudem sind die Kosten für Baumaterialien gestiegen.