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Wahl in Israel: Gemeinsam gegen Netanjahu

Wie stehen die Chancen auf einen Regierungswechsel in Israel? Glaubt man den jüngsten Umfragen, liegt der Mitte-Links-Kandidat Jitzchak Herzog vor

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Wahl in Israel: Gemeinsam gegen Netanjahu

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Wie stehen die Chancen auf einen Regierungswechsel in Israel? Glaubt man den jüngsten Umfragen, liegt der Mitte-Links-Kandidat Jitzchak Herzog vor dem derzeitigen Regierunschef Benjamin Netanjahu. Der wiederum strebt seine vierte Amtszeit an, und die dritte in Folge.

Jitzchak Herzog vo der Arbeiterpartei Awoda hat sich mit Ex-Außenministerin Zipi Livni zur Zionistischen Union zusammengeschlossen. Dieses Bündnis scheint den Nerv vieler Wähler getroffen zu haben, denen die ganz auf das Thema Sicherheit zugeschnittene Linie Netanjahus missfällt. Denn sie haben noch andere Sorgen.

Zwar kann Netanjahu auf gut makroökonomische Werte verweisen, doch seine Politik hat es nicht geschafft, die steigenden Immobilienpreise an die Leine zu legen. Zwischen 2008 und 2013 sind sie um 55 Prozent gestiegen, wie mitten im Wahlkampf bekannt wurde.

Neta Ziv von der Universität in Tel Aviv erklärt: “Die Menschen in Israel sorgen sich natürlich um ihre Sicherheit. Aber sie machen sich auch Sorgen darüber, ob sie sich ein Haus kaufen oder eine Wohnung mieten können oder ob sie ihren Kindern helfen können, wie es vor einer Generation möglich war.”

Yair Lapid sieht sich als Vertreter der Mittelschicht. Dem von Netanjahu entlassenem, ehemaligem Finanzminister ist es seinerzeit nicht gelungen, die Immobilienpreise zu senken. Dennoch ist er populär, seine liberale Partei Jesch Atid könnte 13 Sitze in der Knesset gewinnen und sich der Zionistischen Union so als Koalitionspartner anbieten.

Zünglein an der Waage könnte neben Lapid auch der ehemalige Likud-Politiker Mosche Kachlon von der Zentrumspartei Kulanu spielen. Bisher konnte in Israel noch keine Partei allein regieren.

Noch ist alles möglich, auch eine Koalition, die von Netanjahu und seiner konservativen Likud-Partei angeführt wird. Immerhin gibt es auf der Rechten mehr Parteien aus auf der Linken, und gewinnen wird am Ende der, der mindestens 61 der 120 Knesset-Sitze kontrollieren kann.