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Street-Art in Saudi-Arabien

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Street-Art in Saudi-Arabien

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Street-Art ist angesagt in der saudischen Hafenstadt Djidda. Die Sprayer sprühen, was das Zeug hält. Und für die Open-Air-Ausstellung “Inner Voices”

Street-Art ist angesagt in der saudischen Hafenstadt Djidda. Die Sprayer sprühen, was das Zeug hält. Und für die Open-Air-Ausstellung “Inner Voices” im historischen Viertel Al-Balad, durften sie das sogar ganz legal und mit Einladung. Das Projekt soll die Vielfalt der saudischen Street-Art-Szene beleuchten. Die Künstler zusammenzutrommeln war gar nicht so einfach.

Raneem Zaki Farsi, Co-Kuratorin: “Manche sind anonym, andere nicht und sie kommen aus ganz Saudi-Arabien. Als wir anfingen, nach Künstlern zu suchen, rannten wir wie blinde Hühner durch die Gegend. Wie findet man einem anonymen Künstler? Indem man andere Blogger ausfindig macht, die mit den anonymen Künstlern Nachrichten oder E-Mails ausgetauscht haben.”

Auf offizieller Seite ist die Haltung den Street-Art-Künstlern gegenüber eher zwiespältig. Manche Bilder sind sehr provokant und islamkritisch und rufen den Protest selbst ernannter Glaubenswächter auf den Plan. Andererseits stößt die Graffiti-Kunst international auf große Anerkennung. Das wissen die saudischen Autoritäten zu schätzen.

Aya Alireza, Co-Kuratorin: “Was ich interessant fand während der Vorbereitung der Schau, war, dass die Hälfte der Künstler Frauen sind. Junge Frauen schleichen sich nachts als Männer verkleidet auf die Straße, um ihre Bilder an die Wände zu sprühen, manchmal mit ein paar Freundinnen, die aufpassen. Sie müssen sich beeilen, aber auch sehr vorsichtig sein und so schnell wie möglich wieder verschwinden.”

Frauen ergreifen immer öfter die Initiative in der saudischen Kunstszene. Jüngstes Beispiel: Drei Studentinnen, die über 400 Plakate mit der Aufschrift “Kunst ist halal” in Riad verteilten, um auf die eingeschränkte Meinungsfreiheit hinzuweisen. Ihre Aktion stieg auf regen Zuspruch in den sozialen Netzwerken.