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Ganz Haltern ist fassungslos und rückt zusammen

In Haltern am See herrscht Fassungslosigkeit. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des örtlichen Joseph-König-Gymnasiums sind tot. Die Zehntklässler

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Ganz Haltern ist fassungslos und rückt zusammen

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In Haltern am See herrscht Fassungslosigkeit. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des örtlichen Joseph-König-Gymnasiums sind tot. Die Zehntklässler befanden sich auf dem Rückweg von einem Schüleraustausch. Der Tag des Unglücks sei der schwärzeste in der 725-jährigen Geschichte Halterns, sagte der Bürgermeister der westfälischen Kleinstadt, Bodo Klimpel.

Haltern hat 38.000 Einwohner. Man kennt sich. Die ganze Stadt rücke in der Trauer zusammen, sagen die Leute.

Ein Passant erzählt: “Ich habe heute jemanden getroffen, der sagte, er habe eine Zusammenkunft von Geschäftsleuten. Er sagte: Ich kann das nicht einfach absagen, sondern ich muss es durchziehen, das Leben geht weiter. Und genauso muss man es, meine ich, machen. Das ist traurig, aber was soll man tun?”

“Meine drei Brüder sind auf dem Gymnasium”, sagt eine Frau. “Ich musste echt drei-, viermal anrufen von der Arbeit, dass die überhaupt zu Hause sind. Das ist unvorstellbar, unvorstellbar. Man sagt ja: Flug ist das Sicherste – und dann auf einmal so… Das ist unvorstellbar. Meine Brüder sehen so was von mitgenommen aus.”

“Das kann man nicht in Worte fassen, wie das jeden so betrifft. Das ist wirklich unfassbar”, so ein Mann und eine ehemalige Schülerin des Joseph-König-Gymnasiums sagt: “Jeder kennt jeden. Und selbst, wenn man die Opfer nicht persönlich kannte, dann hat man sie trotzdem an der Schule mal gesehen. Ich weiß nicht, ich kann mir nur vorstellen, dass das für die Angehörigen einfach unvorstellbar schwierig ist. Ich find’s halt gut, dass sich die Stadt so viel Mühe gibt und zusammenhält.”

Die Anteilnahme sei beeindruckend und berührend, sagen Vertreter der Stadt und die Schulleitung. Aus der ganzen Welt kommen E-Mails und Zuschriften. Auf der Website des Gymnasiums heißt es: ‘Die Nachricht vom schrecklichen Flugzeugabsturz in Frankreich hat uns alle entsetzt. 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Kolleginnen werden nie wieder in unsere Mitte zurückkehren.’

Ein Medien-Großaufgebot hat sich in der Stadt versammelt. Michael Konken, der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, rief in einem Interview mit der Zeitung ‘Der Tagesspiegel’ dazu auf, die Trauer der Angehörigen zu respektieren.

euronews-Reporter Olaf Bruns berichtet aus Haltern am See: “Es herrscht eine beeindruckende Stille hier an der Schule, ein großes Bedürfnis, sich zu sammeln, zusammen zu sein und zu trauern. Selbst die jüngeren Schüler stehen in Stille, in Trauer vor der Schule, vor den Kerzen. Einer von ihnen, der nicht vor der Kamera sprechen wollte, sagte mir, er kann noch gar nicht weinen, weil er noch nicht glauben kann, was passiert ist.”