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Notfhilfe in Nepal kommt nur langsam in Gang

Nach dem heftigsten Erdbeben in Nepal seit 80 Jahren steigt die Zahl der Opfer weiter. Die Behörden zählen inzwischen rund 3900 Tote, aus vielen

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Notfhilfe in Nepal kommt nur langsam in Gang

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Nach dem heftigsten Erdbeben in Nepal seit 80 Jahren steigt die Zahl der Opfer weiter. Die Behörden zählen inzwischen rund 3900 Tote, aus vielen entlegenen Tälern gibt es aber noch keine Informationen. Fast 7000 Verletzte werden derzeit behandelt, die Regierung bat ihre Bürger um Blutspenden.

Während immer wieder kleinere Nachbeben kommen, fehlt es an Wasser und Benzin, der Flughafen und die Krankenhäuser sind überlastet. Hilfsorganisationen warnen vor Seuchen und einer humanitären Krise. In der Millionenstadt Kathmandu und anderswo schlafen hunderttausende Menschen in Zelten, unter Planen oder dem freien Himmel. Die Angst vor weiteren Erdstößen ist groß, viele Gebäude sind vom ersten Beben geschwächt.

Weil das Beben der Stärke 7,9 Teile der Infrastruktur zerstörte, sind noch immer sind viele Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten: “Die Atmosphäre hier ist drückend, alle sind besorgt. Die Menschen fragen sich, wie sie sicher nach Hause kommen. Deshalb stehen hier alle rum, sie warten auf einen Weg, in ihre jeweiligen Heimatdörfer zu kommen”, so ein Saisonarbeiter in der Hauptstadt.

Viele Nepalesen werfen ihrer Regierung vor, nicht schnell genug zu reagieren. Und auch die Internationale Hilfe kommt nur langsam in Gang. Indien entsandte Maschinen und Rettungsskräfte ins Nachbarland, Deutschland und viele andere Länder Medikamente und Hilfsgüter.

Der Transport in die entlegenen Gebiete des Gebirgslandes ist äußerst schwierig. Die nepalesische Regierung verfügt nur über sechs Hubschrauber. Dazu kommen zwanzig private, die allerdings auch am Mount Everest eingesetzt werden. Die Nothilfe dürfte noch einige Zeit alle Kräfte binden und der Wiederaufbau, auch des zerstörten Weltkulturerbes, dann noch Jahre dauern.