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Cyprus Film Days 2015

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Cyprus Film Days 2015

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Auf junge Regisseure und Erstlingswerke sind die “Cyprus Film Days”, die internationalen Filmtage in Zypern abonniert. Das in Limassol und Nikosia

Auf junge Regisseure und Erstlingswerke sind die “Cyprus Film Days”, die internationalen Filmtage in Zypern abonniert. Das in Limassol und Nikosia stattfindende Festival ist ein Schaufenster für Independent-Filme. Die diesjährige 13. Ausgabe zeigte ein breites internationales Spektrum. Darunter war der Streifen Cruel über einen Mann, der Menschen mit belanglosen Existenzen ermordet, um ein Kindheitstrauma zu überwinden.

Der Franzose Eric Cherrière bezeichnet sein Debütwerk als einen Film Noir.
“Grundlage dieses Genres ist die Idee vom verlorenen Schatz. In jedem Film Noir gibt es die Ausgangsidee, dass vorher Glück herrschte und dass das nun vorbei ist. In ‘Cruel’ ist dieses verlorene Glück die Kindheit. Ich wollte diese Geschichte erzählen, weil der Film Noir ein existenzielles Genre ist. Es geht wirklich um die Existenz an sich, in ihrer ganzen Grausamkeit, die bis zum Äußersten geht.”

Mit den Auswirkungen von Gewalt auf Jugendliche befasst sich Sophie Artus in ihrem Debütfilm Valley. Drei Teenager, die in ihren Familien Gewalt erleben, schließen sich zu einem zwischen Hass, Liebe und Grausamkeit schwankenden Freundschaftstrio zusammen. Eine düstere Spirale mit furchtbarem Ausgang.

Sophie Artus: “Ich biete keine Antworten, ich bin kein Lehrer oder so etwas, ich erteile keine Lehren. Was ich mit meinem Film erreichen will, und ich glaube, das klappt ganz gut, ist den Menschen die Möglichkeit zu geben, darüber nachzudenken.”

Die diesjährige Jury-Präsidentin Kristi Zea äußerte sich positiv über die Beiträge der zyprischen Filmemacher. “Ich bin ziemlich beeindruckt von den vielen guten Bildern und den Inhalten, das ist sehr professionell. Die Leute wissen, was sie tun, das ist gut. Ich bin sehr angetan.”

In surrealistische Gefilde führt der Streifen Impressions of a drowned man von Kyros Papavassiliou, ausgezeichnet mit dem Preis für den Besten zyprischen Film.

Ein Mann ohne Gedächtnis erfährt, dass er der Dichter Kostas Karyotakis ist und seit 1928 jedes Jahr an seinem Todestag zurückkehrt, um die gleichen Fehler noch einmal zu begehen.

Kyros Papavassiliou: “Es ist kein pessimistischer Film. Die Zuschauer werden dazu angeregt, über den Tod nachzudenken. Wir alle sind sterblich. Es ist ein poetischer, ein existenzieller Film Noir.”

Ebenfalls absurd und poetisch ist der Streifen Conveyor Belt von Alexia Roider über einen Flughafenangestellten, der verlorene Gepäckstücke mit nach Hause nimmt und sich das Leben der unbekannten Menschen vorstellt.

Alexia Roider: “Die Hauptfigur des Films ist ein Mann ohne Identität, so bin ich an die Figur herangegangen, ein Mann ohne Persönlichkeit. Ich wollte, dass sich der Zuschauer nicht mit ihm identifizieren kann.”

Auch Regisseur Adonis Florides, Mitglied der internationalen Jury, war zufrieden mit den Filmen seiner zyprischen Kollegen.

Adonis Florides: “Das zyprische Kino ist in Höchstform. Es gibt viele junge Filmemacher. Wir produzieren Kurzfilme und immer mehr Spielfilme. Besonders wichtig ist, dass Zypern heute über eine gute Kino-Infrastruktur verfügt.”

Yorgos Mitropoulos, euronews: “Die ‘Cyprus Film Days’ sind das wichtigste Filmevent der Insel. Das internationale Festival hat ein breit gefächertes Programm mit Filmen aus aller Welt. Die Kinobesucher haben die Gelegenheit, Regisseure und Schauspieler aus anderen Ländern kennenzulernen und über das weltweite Kinogeschehen zu diskutieren.”