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Indonesien exekutiert acht Drogenschmuggler - Australien zieht Botschafter ab

Trotz internationaler Proteste hat Indonesien in der Nacht zum Mittwoch acht wegen Drogenschmuggels zum Tode Verurteilte per Erschießungskommando

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Indonesien exekutiert acht Drogenschmuggler - Australien zieht Botschafter ab

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Trotz internationaler Proteste hat Indonesien in der Nacht zum Mittwoch acht wegen Drogenschmuggels zum Tode Verurteilte per Erschießungskommando exekutiert. Die Verurteilten stammen aus Indonesien, Brasilien und Nigeria, zwei weitere sind australische Staatsbürger.

Brasilien, das seinen Botschafter wegen eines weiteren Todesurteils schon im Januar abgezogen hatte, protestierte heftig. Das australische Außenministerium berief nach der jüngsten Exekution seinen Botschafter zum Ende der Woche aus Jakarta zurück – noch bevor die offizielle Mitteilung aus Indonesien eintraf.

“Diese Exekutionen sind sowohl grausam als auch unnötig”, sagte der australische Ministerpräsident Tony Abbott. “Grausam, weil Andrew Chan und Myuran Sukumaran rund ein Jahrzehnt im Gefängnis verbracht haben, bevor sie exekutiert wurden. Und unnötig, weil sich diese beiden jungen Australier im Gefängnis vollständig gewandelt haben.”

Auf den Philippinen brach bei einer Demonstration vor der indonesischen Botschaft am Mittwoch kurzzeitig Jubel aus, als die Meldung eintraf, dass die ebenfalls geplante Erschießung einer zweifachen Mutter aus den Philippinen aufgeschoben worden sei. Die Person, die sie als Drogenkurier rekrutierte, hatte sich in letzter Minute der Polizei gestellt. Zuletzt kündigte die indonesische Staatsanwaltschaft aber an, das Urteil doch zu vollstrecken.

Seit dem Amtsantritt des neuen Präsident Joko Widodo im vergangenen Jahr hat Indonesien zahlreiche Todesurteile vollstreckt, nachdem es fünf Jahre lang keine Exekutionen mehr gegeben hatte.