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Kleinere Parteien werden bei der Wahl in Großbritannien zum Königsmacher

Seit den 1970er-Jahren war es nie so eng bei einer Wahl in Großbritannien: Umfragen zufolge wird keine der beiden großen Parteien allein die nötige

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Kleinere Parteien werden bei der Wahl in Großbritannien zum Königsmacher

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Seit den 1970er-Jahren war es nie so eng bei einer Wahl in Großbritannien: Umfragen zufolge wird keine der beiden großen Parteien allein die nötige Mehrheit zur Bildung einer Regierung erhalten. Die kleineren Parteien werden zum Königsmacher.

Die Schottische Nationalpartei (SNP) von Nicola Sturgeon unterscheidet sich von den anderen. Die Niederlage beim Referendum über eine schottische Unabängigkeit hat nichts an ihrem Einfluss geändert. Im Gegenteil: Mit der neuen Parteichefin kann die SNP mit 40 bis 59 Sitzen in Westminstrer rechnen – derzeit sind es gerade sechs.

Der Meinungsforscher Tom Mludzinski meint: “Die SNP dürfte die drittstärkste Partei im Unterhaus werden und die Liberaldemokraten überholen. Deshalb wird sie eine extrem starke Position als politische Königsmacherin bei allen Koalitionsverhandlungen haben.”

Parteichefin Sturgeon könnte zur Schlüsselfigur in der neuen Regierung werden. Nachdem sie das Terrain der Labour-Partei übernommen hat, ist sie nun bereit, ihr wieder wieder die Hand zu reichen. “Mein Angebot an Ed Miliband: Wenn er bereit ist, besser als die Tories zu sein, dann bin ich bereit, mit ihm zusammenzuarbeiten und die Konservativen zu ersetzen”, sagt sie.

Auch die Unabhängigen von der Plaid Cymru von Leanne Wood machen sich Hoffnung. Die Waliser rechnen sich aus, in einem Parlament ohne ausreichende Mehrheit Zünglein an der Waage spielen zu dürfen. Derzeit hat Plaid Cymru drei Sitze in Westminister. “Mit einem starken Team von Plaid Cymru-Abgeordneten werden wir sicherstellen, dass die Stimme der Waliser klar und deutlich gehört werden wird”, so Wood.

Natalie Bennett steht an der Spitze der Grünen. Sie liegen in den Umfragen bei fünf Prozent. Sie haben einen Sitz und dürfen auch nicht auf mehr hoffen. Allerdings könnten die Grünen in einer Mehrparteienkoalition eine Labour-Regierung unterstützen. Bennett: “Die Grünen setzen sich für eine faire Wirtschaft ein, die nicht die Armen und Unterpriveligierten für die Fehler und die Betrügereien der Banker bezahlen lässt.”

Die Nordirischen Demokratischen Unionisten von Peter Robinson. Sie setzen auf neun Sitze in Westminster. Robinson lehnt es ab, sich an einer Koalition zu beteiligen. Seine Unterstützung könnte aber entscheidend werden. “Keine einzelne Partei wird in der Lage sein, eine Mehrheit im Unterhaus zu bilden. Unsere Abgeordneten werden deshalb so wichtig wie nie zuvor sein”, ist Robinson sicher.