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Mit äußerst ungewissem Ausgang: Großbritannien wählt neue Regierung

Die Wahllokale in Großbritannien sind geöffnet, 35 Millionen Briten sind aufgerufen, ein neues Unterhaus zu bestimmen und damit indirekt auch einen

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Mit äußerst ungewissem Ausgang: Großbritannien wählt neue Regierung

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Die Wahllokale in Großbritannien sind geöffnet, 35 Millionen Briten sind aufgerufen, ein neues Unterhaus zu bestimmen und damit indirekt auch einen neuen Premierminister.

Meinung

Die Wähler werden an Milibands wirtschaftlicher Kompetenz zweifeln.

Selten war das Ergebnis einer Parlamentswahl im Königreich so unberechenbar. Auch die neusten Umfragen sagen keinen klaren Gewinner voraus. Demnach wird die konservative Regierungspartei von Premierminister David Cameron keine absolute Mehrheit erringen können. Dasselbe gilt für seinen sozialdemokratischen Labour-Herausforderer Ed Miliband. Seit Tagen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Wem werden die Wähler also ihre Gunst erweisen? Alle Kandidaten buhlen bis zur letzten Minute um die Unentschlossenen, laut Umfragen 30 Prozent der Wähler. Sie sind das Zünglein an der Waage.

Charlie Wolf ist politischer Analyst und glaubt, dass die Briten letztlich zu Gunsten des Amtsinhabers entscheiden werden: “Die Menschen in Großbritannien sind mit der bisherigen Leistung der Konservativen nicht vollauf zufrieden. In der Wahlkabine werden Sie sich allerdings die Frage stellen, ob sie wirklich schon bereit sind für Ed Miliband. Sie werden an dessen Fähigkeit zweifeln, die Wirtschaft auf Vordermann zu bringen.”

Ohne absolute Mehrheit könnte der Gewinner der Wahl auf die Unterstützung kleinerer Parteien angewiesen sein. So etwa auf jene des UKIP-Vorsitzenden und Europakritikers Nigel Farage.
Ob die Liberaldemokraten um Nick Clegg nach der Wahl weiter Teil der Regierung sein werden, ist ebenfalls fraglich.
Umfragen zufolge könnte auch Nicola Sturgeon von der Scottish National Party zu einer starken Größe werden. Sie hatte im fünfwöchigen Wahlkampf vor allem der Labour-Partei Wähler streitig machen können.

Die britischen Sozialdemokraten haben sich im Wahlkampf auf die eher wackeligen Wahlbezirke im Vereinigten Königreich konzentriert, so etwa auf Croydon Central in London. Labour kämpft dort um jene Sitze, die der Partei im Jahr 2010 an die Konservativen verloren gegangen sind. Was beschäftigt die Menschen in Croydon kurz vor Öffnung der Wahllokale? Was denken sie?

Es sind unterschiedliche Antworten, die wir auf den Straßen des Londoner Wahlbezirks Croydon bekommen. Ein junger Mann weiß schon genau, was er wählen wird. Seine Familie habe schon immer Labour unterstützt und außerdem sei er von den Grundsätzen der Partei überzeugt.

Ein anderer junger Mann wird eher den konservativen Tories seine Stimme geben, so sagt er: “Die haben gar nicht so schlecht regiert und die Wirtschaft angekurbelt. Sie haben ein paar interessante Dinge vor, versprechen viel. Hinzu kommt, dass Labour in der Vergangenheit nicht viel zustande gebracht hat.”

Und dann treffen wir natürlich auf die Unentschiedenen, an deren Stimmabgabe sich die Wahl entscheiden könnte. Um sie buhlen derzeit alle Parteienvertreter. Die so umgarnten geben sich, so wie diese junge Frau, eher zögerlich: “Ach, ich weiss noch nicht. Ich werde das wohl im letzten Moment entscheiden.” Möglicherweise werde ihr die Erleuchtung noch kommen, vielleicht aber auch nicht.