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Frankreich verordnet Lebensmittelspenden per Gesetz

In Frankreich dürfen Supermärkte unverkaufte Lebensmittel nicht mehr einfach wegwerfen- das hat die Nationalversammlung per Gesetz entschieden.

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Frankreich verordnet Lebensmittelspenden per Gesetz

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In Frankreich dürfen Supermärkte unverkaufte Lebensmittel nicht mehr einfach wegwerfen- das hat die Nationalversammlung per Gesetz entschieden. Lebensmittelabfälle müssen künftig gespendet, kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Damit will die Regierung die Verschwendung von Lebensmitteln bekämpfen.

Ein falscher Ansatz meint Jacques Creyssel von der Fédération du commerce et de la distribution: “Das Gesetz irrt: der Großhandeln repäsentiert nur 5 % der Lebensmittelverschwendung. Viel mehr wird in privaten Haushalten und Großkantinen verschwendet.”

Supermarktriesen mit mehr als 400 Quadratmetern Fläche werden außerdem verpflichtet eine Vereinbarung mit wohltätigen Vereinen abzuschließen. Die brauchen jetzt mehr Kapazitäten und entsprechendes Material:

“ Die Stiftungen der Supermarktketten Monoprix und Carrefour haben uns jeder einen Kühllastwagen finanziert und was die Arbeitskräfte betrifft hilft uns der Staat durch den Zivildienst,” erzählt Nicolas Dubois der Verantwortliche einer französischen Tafel.

Deutschland gilt in Europa als Vorreiter, was die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Allerdings auf freiwilliger Basis.

Laut der UN-Ernährungsorganisation FAO wird weltweit ein Drittel aller Nahrungsmittel weggeschmissen. Dies entspricht 1,3 Millarden Tonnen.

Europäer und Nordamerikaner werfen demnach im Schnitt jedes Jahr 95 bis 115 Kilogramm pro Kopf weg. Und auch die Entwicklungsländern verschwenden ungefähr genauso viel Lebensmittel wie die Industriestaaten. Das aber liege weniger an der Wegwerfmentalität, als vielmehr an fehlender Kühlung und schlechter Lagerung.