Eilmeldung

Eilmeldung

Lernen unterwegs

Äthiopien: Die Bücher auf dem Rücken der Pferde Nagassa Janfa hat heute eine Mission: Den Dorfkindern Bücher bringen. Sein Pferd ist sein treuer

Sie lesen gerade:

Lernen unterwegs

Schriftgrösse Aa Aa

Äthiopien: Die Bücher auf dem Rücken der Pferde

Meinung

Die Kinder werden alles stehen und liegen lassen, sobald sie mich, mein Pferd und die Bücher sehen

Nagassa Janfa hat heute eine Mission: Den Dorfkindern Bücher bringen. Sein Pferd ist sein treuer Begleiter und trägt in einem speziell angefertigten Sattel das heute ausgesuchte Lesematerial. Er erzählt: “Ich bin auf dem Weg zu einem Ort namens Guto. Dort warten schon viele Kinder auf mich. Und jene, die noch mit etwas anderem beschätigt sind, werden alles stehen und liegen lassen, sobald sie mich sehen. Sie werden angerannt kommen. Es wird Zeit mich auf den Weg zu machen.”

Nagassa und sein Pferd nehmen an dem Programm “Alphabetisierung auf dem Rücken der Pferde” teil. Es wurde von der Nichtregierungsorganisation Äthiopien liest ins Leben gerufen. Die Organisation verfügt über ein Netzwerk von mehr als 65 Büchereien. Das Programm ist so erfolgreich, dass es demnächst auch in Ruanda und in Ghana umgesetzt werden wird.

Frankreich: Eine Wanderschule für Roma und Sinti

In Longjumeau, rund 20 Kilometer von Paris entfernt, bereitet sich Laura auf ihren Tag vor. Die 23-jährige Rumänien arbeitet für den Verein Intermèdes-Robinson. Zwei Mal pro Woche leitet sie Bildungsworkshops in zwei Romalagern in der Nähe.

Das Lager von Ballainvilliers: Rund zehn Familien haben sich in einer verlassenen Garage niedergelassen. Es ist nicht ihr erstes Camp, sie wurden schon oft vertrieben. Laura erzählt: “Für die Kinder ist es nicht einfach, denn sie ziehen ständig weiter. Die Camps werden geräumt und die Kinder bekommen keine Bildung. Unser Verein Intermèdes-Robinson versteht sich als eine Art Schule. Wenn ein Camp geräumt wird, dann versuchen wir den Kindern zu folgen.”

Kenia: Die Träume der Nomadenmädchen

Am Fuße der Mogila Hügel erstreckt sich ein Gebiet, das von Nomaden bevölkert wird. Während die Männer sich um die Herden kümmern, erledigen die Frauen die Hausarbeit und kümmern sich um die Kinder. Für ihre harte Arbeit bekommen sie nur wenig Anerkennung.

Die Schule Lopiding will den Mädchen die Möglichkeit geben zu lernen. Die Schule wird mit Spenden und mit Hilfen der kenianischen Regierung finanziert. Die Zahl der eingeschriebenen Schüler ist in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.

Doch die Mädchen der Turkana Gemeinschaft machen sich keine Illusionen über ihren Stand in der Gesellschaft. Selina Akiru klagt: “Das Leben eines Nomadenmädchens ist sehr schwierig. Unsere Eltern helfen und lieben uns nicht. Wir werden dazu gezwungen, sehr jung zu heiraten und werden dann früh schwanger. In jungem Alter werden wir körperlich und sexuell misshandelt.”

Die Schule und das dazugehörige Internat versuchen die Mädchen zu schützen. Doch während der Ferien werden sie oft zwangsverheiratet.