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Donald Trump: Und ewig klingelt die Kasse

Donald J. Trump will US-Präsident werden. Ist der schwerreiche Unternehmer ein ernstzunehmender Kandidat oder zieht Trump einfach nur eine große Show

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Donald Trump: Und ewig klingelt die Kasse

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Donald J. Trump will US-Präsident werden. Ist der schwerreiche Unternehmer ein ernstzunehmender Kandidat oder zieht Trump einfach nur eine große Show ab – sei es aus Geltungsdrang, Langeweile oder um noch mehr seiner Bücher zu verkaufen?

Eines kann der 69-Jährige zweifellos: Geld verdienen nämlich. ‘Alles, was Donald anfasst, wird zu Gold’, soll sein 1999 gestorbener Vater Fred C. Trump gesagt haben. Seine berufliche Laufbahn begann Donald Trump an der Seite seines Vaters, die beiden teilten sich zunächst ein Büro in Sheepshead Bay. Es sei Donald gewesen, der hinter einigen seiner besten Geschäftsabschlüssen steckte, sagte Vater Trump mal.

Gegenüber der US-Wahlkommission hat Trump sein Vermögen mit zehn Milliarden Dollar angegeben. Ob das stimmt oder ob es “nur” vier Milliarden sind, wie das Magazin Forbes schreibt, kommt letztlich aufs Gleiche heraus. Fest steht, dass Trump Geld hat wie Heu und damit seinen Wahlkampf – wenn es denn einer ist – aus der eigenen Portokasse zahlt. Er ist also keinen Gönnern und Sponsoren verpflichtet, macht und sagt das, was er will.

Der 69-Jährige kämpfe ‘nicht mit dem Degen, sondern mit dem Bulldozer’, schreibt die Neue Zürcher Zeitung, für den Kurier ist er ‘der Richard Lugner der USA’, für die Frankfurter Allgemeine Zeitung‎ ‘Amerikas Dieter Bohlen’. Auf einer Veranstaltung im Bundesstaat South Carolina nannte er seinen republikanischen Mitbewerber Lindsey Graham einen “Idioten”. Graham sei ein “Leichtgewicht, das in der Privatwirtschaft niemals einen Arbeitsplatz bekommen würde”, schimpfte Trump, um dann die Telefonnummer seines Konkurrenten preiszugeben.

Trump hat so einiges gemacht: Er Bücher geschrieben, er hat in einer Fernsehsendung Unternehmertalente gesucht, aber vor allem den Spruch “Du bist gefeuert!” kultiviert, angeblich ist er Präsident von 457 Firmen. Ihm gehören Wolkenkratzer, Hotels und vieles mehr, er ist Investor, Baulöwe, Autor, öffentliche Figur, Sprücheklopfer und Politiker. Und am Ende sprang noch immer die eine oder andere Million für ihn dabei heraus.

Eine Mauer gegen illegale Einwanderer

Skurrile Kandidaten haben sich schon immer für die US-Präsidentschaft beworben, manche wurden sogar ins Amt gewählt. Abgesehen von der Diskussion, ob der ehemalige Kandidat John McCain nun ein Held ist oder nicht, spricht sich Trump für eine harte Haltung gegenüber illegaler Einwanderung ein und plädiert für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko – die Kosten sollen seiner Meinung nach aber von den Mexikaner getragen werden. Sein Rundumschlag gegen Einwanderer aus Mexiko, in dem unter anderem die Worte Drogen und Vergewaltigung fielen, brachte Trump viel Kritik und Rassismus-Vorwürfe ein.

Als Präsident wolle er die Vereinigten Staaten wieder zu “alter Größe” führen, sagte der 69-Jährige, als er seine Kandidatur bekannt gab. In außenpolitischer Hinsicht hat sich Trump den Kampf gegen die Miliz Islamischer Staat und eine unnachgiebige Haltung gegenüber dem Iran auf die Fahnen geschrieben. Er sei der Inbegriff der amerikanischen Erfolgsgeschichte, heißt es auf seiner Kandidaten-Seite ganz unbescheiden.

Eine ernsthafte Aussicht, tatsächlich zum Präsidenten gewählt zu werden, hat Trump vielen politischen Beobachtern zufolge nicht. Umfragen sehen ihn unter den republikanischen Kandidaten derzeit aber in Front.