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Chaos in Libyen: Gute Zeiten für Islamisten und Menschenschmuggler

Eine Militär- und Polizeiparade in Tripolis: Im Februar dieses Jahres zeigte die islamistische Milizenkoalition Fadschr Libya, zu Deutsch: Morgenröte

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Chaos in Libyen: Gute Zeiten für Islamisten und Menschenschmuggler

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Eine Militär- und Polizeiparade in Tripolis: Im Februar dieses Jahres zeigte die islamistische Milizenkoalition Fadschr Libya, zu Deutsch: Morgenröte Libyens, Präsenz auf den Straßen der libyschen Hauptstadt. Kurz darauf fanden Friedensgespräche unter Leitung der UNO statt. Die Morgenröte gilt als Gegenpart zur international anerkannten libyschen Regierung.

Im vergangenen August erlangte sie die weitgehende Kontrolle über Tripolis und den bei Kämpfen verwüsteten und noch immer geschlossenen Flughafen.

Seither gibt es in Libyen zwei Regierungen und zwei Parlamente, die sich politisch und militärisch bekämpfen. Das von der internationalen Gemeinschaft anerkannte Parlament ist in Tobruk, rund 1000 Kilometer östlich der Hauptstadt. Vor gut einem Jahr wählten die Abgeordneten hier einen Parlamentspräsidenten.

Die Lage im Land wird immer verworrener. Und das auch deshalb, weil ein weiterer Akteur auf der Bildfläche erschienen ist: Die Terrormiliz Islamischer Staat. Seit Februar kontrollieren sie unter anderem die Stadt Sirte – hier wurde der frühere Machthaber Muammar al-Gaddafi geboren und getötet.

Im Osten des Landes liefern sich Truppen der anerkannten Regierung immer wieder heftige Kämpfe mit Islamisten, wie hier in Bengasi. Im allgemeinen Chaos gedeiht die terroristische Islamistengruppe prächtig.

Seit Gaddafis Sturz ist das Land außerdem zu einem der wichtigsten Drehkreuze für den Menschenschmuggel geworden. Viele illegale Migranten machen sich von hier aus auf den Weg nach Europa. Laut der UNO wurden vergangenes Jahr mehr als 110.000 Migranten durch Libyen nach Europa geschleust.