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Flüchtlingsdrama auf Kos: "In unserer Situation wäre jeder wütend"

Der Flüchtlingsansturm auf griechische Inseln in der Ostägäis reißt nicht ab. Wie auf der Urlaubsinsel Kos sind die lokalen Behörden zusehends mit

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Flüchtlingsdrama auf Kos: "In unserer Situation wäre jeder wütend"

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Der Flüchtlingsansturm auf griechische Inseln in der Ostägäis reißt nicht ab.

Meinung

Die Leute müssen einfach wie Menschen behandelt werden

Wie auf der Urlaubsinsel Kos sind die lokalen Behörden zusehends mit der Einreisewelle vom nur wenige Seemeilen entfernten türkischen Festland überfordert.

In den vergangenen Tagen sind allein auf Kos nach offiziellen Angaben mehr als 7000 Menschen eingetroffen.

Die meisten von ihnen wie auch der Syrer Mohammed Zkia müssen bei hohen Temperaturen in einem ausrangierten Stadion ohne Dach über dem Kopf ausharren:

“Die Hitze ist schlimm und sie verschärft unsere Lage. Es gibt Aggressionen untereinander. Kleine Probleme entwickeln sich zu großen. Das ist normal. In unserer Situation wäre jeder wütend.”

Ein Blutvergießen auf Kos wird nicht mehr ausgeschlossen. Migranten campieren in altem Stadion

Für die erste Registrierung von Personalien müssen die Neuankömmlinge stundenlang anstehen.

Es kam bereits zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mit dem Ansturm der Menschen auf die Registrierungsstellen nicht fertig wird.

Humanitäre Organisationen bezeichneten die Lage auf Kos als chaotisch.

Vangelis Orfanoudakis, Koordinator von “Ärzte ohne Grenzen”, sagte:

“Wir erwarten mehr Verantwortungsbewusstsein von den lokalen und den nationalen Behörden. Sie müssen ein System entwickeln für die Versorgung mit Nahrung, medizinischer Hilfe, Dächern über dem Kopf und Wasser. Die Menschenrechte müssen gewahrt bleiben. Das ist nicht immer der Fall hier. Die Leute müssen einfach wie Menschen behandelt werden.”

Ähnlich wie auf Kos ist die Situation laut Hilfsorganisationen auch auf anderen griechischen Inseln der Ostägäis wie Samos, Lesbos und Chios.

Athen entsendet jetzt eine Fähre als Notunterkunft nach Kos, um die dramatische Versorgungslage dort zu verbessern.

An Bord sollten etwa 2000 bis 2500 Menschen versorgt und mit Papieren für die ersehnte Weiterreise ausgestattet werden.