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"Soundscapes": musikalischer Dialog mit dem Bild

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"Soundscapes": musikalischer Dialog mit dem Bild

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Wie klingen Gemälde? Die National Gallery in London geht dieser Frage nach. Es ist ein Experiment – weg von der traditionellen Kunstrezeption. Sechs

Wie klingen Gemälde? Die National Gallery in London geht dieser Frage nach. Es ist ein Experiment – weg von der traditionellen Kunstrezeption.

Sechs Musiker lassen sich in jeweils einem schalldichten Raum von jeweils einem Kunstwerk inspirieren. Dabei geht es nicht um eine musikalische Untermalung sondern um einen Dialog. Soundscapes heißt die Ausstellung. Kuratorin Minna Moore Ede erklärt: “Wir haben zwei zeitgenössische Künstler und zwei Komponisten klassischer Musik eingeladen, und dann haben wir die Suche ausgeweitet und einen Natur-Originaltonsammler ausgewählt und am anderen Ende des Spektrums den im Moment urbansten Sound, den jungen DJ Jamie xx.”

Der New Yorker Komponist Nico Muhly lies sich von seinem Lieblingsgemälde dem Wilton-Diptychon, einem Altarbild aus dem 14. Jahrhundert inspirieren. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Dreidimensionalität des Werkes: “Ich versuche nicht comicartig zu reagieren. Es lässt sich nicht eins zu eins übertragen: wie es aussieht und wie es klingt. Stattdessen wollte ich es mit Material umgeben, dass immer in Bewegung ist, deshalb habe ich mit dem Sounddesigner Jethro Cooke zusammengearbeitet, um sicher zu gehen, dass sich alles langsam bewegt, genauso wie man um 360 Grad-Kunst herumgehen muss, um sie zu wahrzunehmen.”

Mit dabei ist auch die Arbeit der Turner-Preisträgerin Susan Phlipsz. Ihre Musik begleitet das Gemälde “Die Gesandten” von Hans Holbein dem Jüngeren. Der französisch-Libanesische Komponist und Oscar-Preisträger Gabriel Yared entschied sich für Cezannes “Die Bandenden”.

Die Ausstellung “Soundscapes” läuft noch bis zum 6. September in der National Gallery in London.