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Im Jemen droht eine Hungersnot

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sieht im Jemen eine Hungersnot hereinbrechen. In dem Land kämpfen seit Monaten Regierungstruppen

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Im Jemen droht eine Hungersnot

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sieht im Jemen eine Hungersnot hereinbrechen. In dem Land kämpfen seit Monaten Regierungstruppen und verschiedene Aufständischengruppierungen um die Macht. Gegen die Huthi-Rebellen gerichtete Luftangriffe eines Militärbündnisses unter der Leitung von Saudi-Arabien haben zahlreiche Todesopfer gefordert und bisher für die Flucht von rund 1,3 Millionen Zivilisten gesorgt, melden die Vereinten Nationen.

Nach einer UN-Schätzung sind im Jemen derzeit 13 Millionen Menschen von Mangelernährung betroffen, sechs Millionen Menschen leiden unter akutem Hunger. Aufgrund des Konfliktes sei die Einfuhr sowie die Verteilung von Nahrungsmitteln eingeschränkt und die Preise stark gestiegen. Der Direktorin des Welternährungsprogramms, Ertharin Cousin, zufolge, die die Lage im Land zuletzt während einer dreitägigen Reise unter die Lupe nahm, muss dringend gehandelt werden.

“Besonders verletztliche Bevölkerungsschichten erhalten in Sachen Ernährung nicht die Unterstützung, die notwendig ist”, so Cousin. Die Zahl der Kinder mit chronischer Unterernährung und die Zahl der Menschen, die nicht mit genügend Nahrung versorgt wird, steigt. Ohne sauberes Wasser, ohne Treibstoff, ohne Essen stehen wir am Rande einer Ernährungskatastrophe. Wir hoffen, dass alle Konfliktparteien einsehen, dass die Menschen im Jemen, dass die betroffene Bevölkerung nicht auf eine politische Lösung warten kann. Wir müssen dafür sorgen, dass im ganzen Land humanitäre Hilfe geleistet werden kann”, sagt sie.

Das Welternährungsprogramm rief zu Spenden auf, um die 320 Millionen US-Dollar aufzubringen, die nötig seien, um die notleidende Bevölkerung ab September zu versorgen.

“Die Wege, auf denen humanitäre Hilfe zu den Menschen im Jemen gelangt, sind durch den Krieg eingeschränkt. Das ist die größte Herausforderung, die die internationalen Organisationen meistern müssen”, sagt euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim.

Weiterführender Link:
Bericht eines Mitarbeiters der Vereinten Nationen nach einem Besuch im Jemen (in englischer Sprache)…