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Im Eiltempo durch Griechenland

Wieder kommt eine Fähre im Hafen von Piräus an. Rund 2000 Flüchtlinge sind an Bord, auf der Insel Lesbos hatten sie griechisches Land betreten, doch

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Im Eiltempo durch Griechenland

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Wieder kommt eine Fähre im Hafen von Piräus an. Rund 2000 Flüchtlinge sind an Bord, auf der Insel Lesbos hatten sie griechisches Land betreten, doch die meisten wollen nicht bleiben, sondern weiter in Richtung Norden. Viele von ihnen sind Syrer, die ihre Heimat aufgrund des Bürgerkrieges verlassen haben.

Die Behörden und Hilfsorganisationen auf Lesbos seien völlig überfordert, meint Muhammad aus Syrien: “Die Bevölkerung auf Lesbos hat uns geholfen, die Regierung nicht. Auch die UNO und andere Organisationen haben uns nicht geholfen. Die haben nur geguckt und geguckt und nichts gemacht. Sie haben nur geguckt und Fotos gemacht.”

Um von der Türkei auf die Insel Lesbos zu gelangen, haben sie zum Teil zwischen 1.200 und 1.500 Euro gezahlt, erzählen die Flüchtlinge dem euronews-Reporter. Maria Galinou von der griechischen Heilsarmee sagt: “Wenn die Menschen ankommen, sind sie verängstigt und erschöpft. Als Erstes wollen sie wissen, wohin sie gehen sollen. Sie halten ein Blatt Papier in der Hand und rennen von einem Ort zum anderen.”

Vom Hafen in Piräus aus geht’s für die Flüchtlinge weiter zum Athener Hauptbahnhof. Viele nehmen den Zug nach Thessaloniki, Fahrtzeit: gute fünfeinhalb Stunden. 90 Kilometer nördlich der Hafenstadt liegt die Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Der Afghane Ahmad erzählt seine Geschichte: “Die Lage in Afghanistan war nicht gut, um zu studieren. Deshalb gehen wir nach Europa, nach Schweden, um eine gute Ausbildung zu bekommen und um etwas Besseres aus unserem Leben und für unsere Familien zu machen.”

Auch Familien mit kleinen Kindern sind unter den Flüchtlingen. Sie haben viel Geld aufbringen müssen, um den gefährlichen Weg nach Europa anzutreten. Und immer wieder müssen sie warten.

“Die Fahrkarten für die Züge, die Athen in Richtung Nordgriechenland verlassen, sind in Nullkommanichts ausverkauft”, sagt euronews-Reporter Panos Kitsikopoulos. “Jeden Tag fahren Hunderte Flüchtlinge nach Thessaloniki, und von da aus zum Grenzübergang Idomeni, um nach Mazedonien zu gelangen. Nach der langen Reise sind sie so erschöpft, dass sie auf dem Bahnsteig einschlafen. Doch bei aller Erschöpfung: Die Hoffnung auf ein besseres Leben verlieren sie nicht.”