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Migranten in Budapest: "Ihr Bahnticket ändert nichts an geltendem EU-Recht"

In der Hoffnung auf eine baldige Weiterreise verbingen bis zu 3.000 Migranten ihre zweite Nacht am Budapester Bahnhof Keleti. Viele haben bereits

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Migranten in Budapest: "Ihr Bahnticket ändert nichts an geltendem EU-Recht"

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In der Hoffnung auf eine baldige Weiterreise verbingen bis zu 3.000 Migranten ihre zweite Nacht am Budapester Bahnhof Keleti. Viele haben bereits Fahrkarten Richtung Deutschland doch die Behörden in Ungarn lassen sie nicht weiterreisen. Freiwillige versorgen die Menschen mit Nahrung und Wasser. Auch medizinische Versorgung wird angeboten. “Von den Behörden haben wir nichts bekommen”, sagt diese Frau aus Syrien; “aber von den Ungarn selbst, die sind nett”.

Die ungarische Regierung hält die Migranten von der Weiterreise ab und beruft sich auf das Dublin-Abkommen zum Umgang mit Asylsuchenden. “Die Migranten am Bahnhof Keleti sollten nicht dort sein. Das Verfahren sieht vor, dass sie zunächst an der Grenze registriert und dann in Notunterkünfte gebracht werden. Dort sollten sie bleiben bis über ihren Antrag entschieden wurde. Das respektieren sie nicht. Ihr Bahnticket ändert nichts an geltendem EU-Recht”, erklärte Regierungssprecher Zoltan Kovacs.

Am Dienstag hatten die Behörden die Migranten zeitweise gewähren lassen. Die Europäische Kommission hatte daraufhin alle EU-Länder aufgefordert, die gemeinsamen Asylregeln einzuhalten. Mehrere Hundert Migranten demonstrierten vor dem abgeriegelten Bahnhof. Kurzzeitig blockierten sie eine Hauptverkehrsstraße. Sie forderten die ungarischen Sicherheitskräfte auf, sie in Züge Richtung Wien und München einsteigen zu lassen.

Im Laufe des Donnerstags wird das ungarische Parlament über Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise debattieren. Regierungschef Viktor Orban trifft sich zu Gesprächen mit EU-Kommissionschef Jean Claude Juncker.