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Empörung über nummerierte Flüchtlinge in Tschechien

Die Markierung von Flüchtlingen mit Filzstiften in Tschechien ruft über die Landesgrenzen hinaus Empörung hervor. Kritiker hatten sich an die

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Empörung über nummerierte Flüchtlinge in Tschechien

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Die Markierung von Flüchtlingen mit Filzstiften in Tschechien ruft über die Landesgrenzen hinaus Empörung hervor. Kritiker hatten sich an die Kennzeichnung von Häftlingen in deutschen Konzentrationslagern im Zweiten Weltkrieg erinnert gefühlt. Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof Breclav im Südosten an der Grenze zu Österreich. Die Polizei hatte dort in der Nacht zum Dienstag mehr als 200 Flüchtlinge aufgegriffen, die in Budapest Züge in Richtung Deutschland gestürmt hatten. Die Stadt war zuvor bereits in die Schlagzeilen geraten, weil sie sich gegen ein geplantes Lager für die Flüchtlinge wehrt.

„Die Tatsache, dass wir ein Flüchtlingslager bekommen sollen für 300 Flüchtlinge ist sehr unangenehm und eine schlechte Nachricht für mich als Bürgermeister. ist aber immer noch besser, als wenn diese Menschen die Chance hätten, frei in unserer Stadt herumzulaufen und Unruhe zu stiften“, sagte der Bürgermeister von Breclav, Pavek Dominik.

Inzwischen hat Tschechien entschieden, auf die Nummerierung zu verzichten – nach einer Welle der Entrüstung auf sozialen Netzwerken. «Die Einsatzregeln sind präzisiert worden, so dass es nicht mehr zu
ähnlichen Situationen kommen kann», teilte das Innenministerium in Prag am Donnerstag mit. Tschechien sei sich der menschlichen Dimension der Flüchtlingswelle bewusst, betonte ein Sprecher. Es habe sich nicht um eine gängige Praxis gehandelt, hieß es. Die Fremdenpolizei hatte die Maßnahme mit der großen Zahl an Kindern unter den Flüchtlingen begründet. Man sei bemüht gewesen, Familien bei der Aufteilung auf Unterkünfte zusammenzuhalten.