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Slowenien, Schengen, Europa: Flüchtlinge auf Umwegen ins neue Leben

Slowenien verstärkt Grenzüberwachung. Zugverkehr nach Kroatien eingestellt

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Slowenien, Schengen, Europa: Flüchtlinge auf Umwegen ins neue Leben

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Dobova, Slowenien. Ein Zug aus dem Nachbarland Kroatien ist angekommen, an Bord Flüchtlinge, die über Slowenien in den Schengenraum einreisen wollen. Helfer verteilen Wasserflaschen, ein Mann springt aus einem Zugfenster und wird von der Polizei im Sicherheitsgriff abgeführt.

Slowenien wird mehr und mehr zum Einreiseland für Flüchtlinge, seit Ungarn seine Grenzen zu Serbien und Kroatien systematisch abriegelt. Ein neuer Grenzzaun soll die Flüchtlinge unter Kontrolle bringen, die aber gehen weiterhin den Weg des geringsten Widerstands nach Europa und weichen auf neue Routen aus.

Weiterreise nach “Europa”

“Wir reisen nach Europa”, sagt eine Frau, die ebenfalls den Zug aus Kroatien genommen hat. Dabei ist sie längst da, auf dem gelobten Kontinent. “Deutschland”, schiebt sie hinterher. Da wollen sie fast alle hin. Doch während Deutschland seine Grenzen zu Österreich abdichtet, halten die osteuropäischen Staaten bereits einen Teil des Problems von Deutschland fern – zumindest versuchen sie es.

Kroatien hat die Grenzen zu Serbien weitgehend geschlossen. Ungarn weitet derzeit seinen Grenzzaun aus. Slowenien, das im Gegensatz zu Kroatien auch Mitglied des Schengenraums ist, verstärkt die Kontrollen an den Grenzen mit Patrouillen und Hubschraubern. Der Zugverkehr zwischen Slowenien und Kroatien wurde vorerst bis Freitagabend eingestellt. Und die Regierung kündigte an, Flüchtlinge, denen erforderliche Papiere fehlen, wieder zurückzuschicken.