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Nepal: Νeue Verfassung sorgt weiter für Streit

In Nepal ist die Stimmung kurz vor Inkrafttreten der neuen Verfassung weiter angespannt. Erneut zogen hunderte Menschen durch die Hauptstadt

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In Nepal ist die Stimmung kurz vor Inkrafttreten der neuen Verfassung weiter angespannt. Erneut zogen hunderte Menschen durch die Hauptstadt Kathmandu, sowohl Befürworter als auch Gegner. Die Verfassung ersetzt die seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2006 geltende Übergangsverfassung. Das Land wird künftig in sieben Bundesstaaten geteilt. Gegen die regionale Aufteilung gab es vor allem im Süden des Landes viele Proteste von Gruppen, die mehr Autonomie wollten.

Das Parlament hatte am vergangenen Mittwoch die neue Verfassung mit der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet. Zum ersten Mal in der Geschichte Nepals trafen die Volksvertreter eine solche Entscheidung.

Vorbild Deutschland

Die Verfassung hat viele Ähnlichkeiten mit dem deutschen Grundgesetz. Unter anderem werden Regionalparlamente über eine Mischung aus Listen und Direktkandidaten gewählt. Dieser Punkt war jahrelang höchst umstritten. Seit 18 Jahren gab es in Nepal keine Kommunalwahlen mehr.

In dem Land mit rund 28 Millionen Einwohnern gilt künftig außerdem eine Trennung von Kirche und Staat. Dagegen hatten vor allem hinduistische Gruppen protestiert. Immer wieder war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. In den Wochen vor der Abstimmung waren bei Protesten gegen die neue Verfassung mehr als 40 Menschen getötet worden