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Messerattacken: Palästinenser erheben schwere Vorwürfe - Israelis schieben Messer unter


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Messerattacken: Palästinenser erheben schwere Vorwürfe - Israelis schieben Messer unter

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Die Welle der Gewalt in Israel und den besetzten Palästinensergebieten ebbt nicht ab. Bei Messerangriffen auf Israelis wurden am Samstag vier palästinensische Angreifer erschossen und ein fünfter lebensgefährlich verletzt.

In Ramallah lieferten sich palästinensische Jugendliche Straßenschlachten mit israelischen Soldaten. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas, Blendgranaten gegen die Demonstranten vor. Außerdem schossen sie sowohl mit scharfer Munition als auch mit gummiummantelten Stahlgeschossen.

“Wir wollen der ganzen Welt zeigen, dass es in Palästina Männer und Frauen gibt, die nicht ruhig sind, wenn man sie ihrer Rechte beraubt. Alle Araber sind gegen uns. Unser Blut ist nicht wertvoller als jenes der Märtyrer, die bei den Messerangriffen getötet wurden”, sagte eine vermummte Demonstrantin.

Seit Monatsbeginn fielen der Gewaltorgie 41 Palästinenser und sieben Israelis zum Opfer. Gut die Hälfte der getöteten Palästinenser waren Attentäter, die bei Messerangriffen oder versuchten Messerangriffen erschossen wurden. In einigen Fällen haben Palästinenser die Darstellung der israelischen Behörden angezweifelt und erklärt, unschuldige Palästinenser seien von Juden grundlos angegriffen worden.

So zeigen nach Ansicht von palästinensischen Aktivisten Videoaufnahmen des Messerangriffs vom Samstag in Hebron, wie israelische Soldaten nachträglich ein Messer neben den niedergeschossenen Palästinenser legen.

Das israelische Militär verwahrte sich gegen diese Darstellung. Bei dem Gegenstand, der auf dem Video unscharf zu sehen ist, handele es sich um ein Funkgerät, das ein Soldat dem anderen weitergereicht habe, erklärte Militärsprecher Oberstleutnant Peter Lerner.

Das israelische Militär nahm wenig später einen palästinensischen Augenzeugen des Vorfalls fest und beschlagnahmte seine Video-Ausrüstung.

Hintergrund der Gewaltakte sind Bestrebungen radikaler Israelis, auf dem Plateau des Tempelberges zu beten.

“Gott hat alles für den Islam gegeben. Nicht für alle, nur für den Islam, so ist das. Und jetzt haben wir immer wieder große Probleme. Was kann ich machen? Nichts, nur Intifada”, meinte ein Palästinenser in der Altstadt von Jerusalem.

Israel verhängte erneut Zugangsbeschränkungen für Palästinenser zum Al-Haram-al-Scharif, der von Juden als Tempelberg bezeichnet wird. Nur palästinensische Männer, die älter als 40 Jahre sind, werden eingelassen.

Der Al-Haram-al-Scharif, das “Erhabene Heiligtum”, mit Al-Aksa-Moschee und Felsendom ist nach Mekka und Medina der drittheiligste Ort des Islam. Religiöse Handlungen auf dem Plateau des Tempelberges sind seit Jahrhunderten Muslimen vorbehalten.

Unmittelbar nach der Eroberung Ostjerusalems durch Israel im Sieben-Tage-Krieg 1967 bekräftigten die Oberrabbiner Israels das Verbot für Juden, den Tempelberg zu betreten, bevor der Tempel wiederhergestellt worden ist. Jüdischem Glauben zufolge wird der Messias bei seiner Rückkehr den Tempel neu errichten.

Das Verbot wurde in der Zwischenzeit von den Oberrabbinern mehrfach bestätigt .

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