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Weltweit 1,25 Millionen Verkehrstote pro Jahr

Afrika ist das gefährlichste Pflaster Rund 1,25 Millionen Menschen kommen weltweit jedes Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die Straßen in Afrika

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Weltweit 1,25 Millionen Verkehrstote pro Jahr

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Afrika ist das gefährlichste Pflaster

Meinung

Jeder Verlust eines Menschenlebens in einem Verkehrsunfall ist eine Tragödie, die vermeidbar gewesen wäre.

Rund 1,25 Millionen Menschen kommen weltweit jedes Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die Straßen in Afrika sind bei weitem am gefährlichsten. Das geht aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation, WHO, hervor.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan erklärte: “Der Tribut, den tödliche Verkehrsunfälle fordern, ist inakzeptabel
hoch – besonders unter armen Menschen in armen Ländern.” Die Kluft zwischen armen und reichen Ländern wird beim Vergleich der Statistik der Verkehrstoten pro 100 000 Einwohner besonders deutlich: Im hochmotorisierten Deutschland waren es 2013 laut WHO-Bericht 4,3. Im westafrikanischen Liberia hingegen 33,7 – gemessen an der Einwohnerzahl also fast acht Mal so viele Todesopfer, obwohl sich dort viel weniger Menschen ein Auto leisten können.

Die Zahl der Verkehrstoten ist vor allem in einkommensschwachen Ländern gestiegen. Rund 90 Prozent der weltweit 1,25 Millionen Todesfälle im Straßenverkehr ereignen sich laut WHO in Ländern mit geringen bis mittleren Einkommen, auch wenn dort nur 54 Prozent aller Fahrzeuge der Welt unterwegs sind. Demnach ist Afrika weiterhin die Region mit der höchsten Rate an Verkehrstoten, während sie in Europa am niedrigsten ist.

Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer besonders gefährdet

Seit Jahren sind laut der WHO Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer im Straßenverkehr am stärksten gefährdet – sie machen die Hälfte aller Unfalltoten aus. Chan kritisierte, dass trotzdem beim Straßenbau meist nur die Bedürfnisser der Autofahrer berücksichtigt würden. Das müsse sich ändern.

Als positives Beispiel wird die Durchsetzung von zahlreichen “Tempo 30”-Zonen im baden-württembergischen Freiburg genannt. Diese Strategie habe dazu geführt, dass im Zentrum der Universitätsstadt 24 Prozent aller Wege zu Fuß, 28 Prozent mit dem Fahrrad, 20 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nur noch 28 Prozent mit dem Auto
zurückgelegt werden.

Erste Todesursache bei 15-29 Jährigen

Unter den 15-29 Jährigen sind Verkehrsunfälle die erste Todesursache.

Zahl der Verkehrstoten weltweit

Zu den besten unter den europäischen Ländern gehören Schweden (mit 2,4 Verkehrstoten auf 100 000 Einwohner), die Schweiz (3,3), die Niederlande (3,4) und Spanien (3,7). Mehr Unfalltote als in Deutschland (4,3) gab es laut der Studie unter anderem auf den Straßen Frankreichs (5,1 auf 100 000 Einwohner), Österreichs (5,4), Italiens (6,1) sowie Griechenlands (9,1) und Polens (10,3). In China fielen dem Straßenverkehr 2013 statistisch gesehen 18,8 von 100 000 Einwohnern zum Opfer, in den USA waren es 10,6.

“Dank strengerer Gesetze und einer besseren Infrastruktur sind heute fast eine halbe Milliarde Menschen besser vor Verkehrsunfällen geschützt, als noch vor einigen Jahren”, erklärte New Yorks früherer Bürgermeister Michael Bloomberg, dessen Medienunternehmen die Finanzierung der Studie unterstützt hat. Doch es müsse noch viel mehr
getan werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. “Jeder Verlust eines Menschenlebens in einem Verkehrsunfall ist eine Tragödie, die vermeidbar gewesen wäre.”