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Spaniens König Felipe verleiht Prinzessin-von-Asturien-Preise

Königlicher Glanz bei der Verleihung des Prinzessin-von-Asturien-Preises in Oviedo: Felipe VI., seine Gattin Leticia und seine Mutter Sofia wohnten

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Spaniens König Felipe verleiht Prinzessin-von-Asturien-Preise

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Königlicher Glanz bei der Verleihung des Prinzessin-von-Asturien-Preises in Oviedo: Felipe VI., seine Gattin Leticia und seine Mutter Sofia wohnten der Gala im Teatro Campoamor in Asturiens Hauptstadt bei.

In der Kategorie Internationale Zusammenarbeit wurde die Internet-Enzyklopädie Wikipedia geehrt. Entgegengenommen wurde der Preis von Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales und einigen seiner Mitarbeiter. Nach Ansicht der Jury ist Wikipedia “ein Beispiel für internationale, demokratische und offene Zusammenarbeit” mit tausenden Menschen, die zu diesem Internet-Nachschlagewerk beitragen. Auf diese Weise werde Wissen der Allgemeinheit zugänglich gemacht – ganz im Sinne der Enzyklopädien des 18. Jahrhunderts, hieß es in der Begründung.

Die französische Ökonomin Esther Duflo erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Preis für ihre Forschungsarbeiten zum Thema Armut und Wirtschaft. Duflo hat eine Professur am Massachusetts Institute of Technology in den Vereinigten Staaten inne.

Der Orden der “Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott” nahm den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Eintracht entgegen. Damit zeichnete das Auswahlkomitee unter anderem den Einsatz des Ordens in der Flüchtlingshilfe sowie in der Behandlung von Ebola-Kranken in Afrika aus. Vertreten sind die Barmherzigen Brüder in über 50 Ländern. Der Generalprior Jesús Etayo Arrondo nahm die Auszeichnung in Oviedo zusammen mit weiteren Mitgliedern des Ordens in Empfang.

Der Prinzessin-von-Asturien-Preis für Literatur wurde dem Kubaner Leonardo Padura zugesprochen, der unter anderem als Autor des “Havanna-Quartetts” bekannt ist. Und auch “Der Mann, der Hunde liebte” gehört zu den meistgelesenen Werken Paduras. Er ist studierter Lateinamerika-Wissenschaftler und wurde 2012 bereits mit dem kubanischen Nationalpreis für Literatur ausgezeichnet.

Francis Ford Coppola, der Macher der Paten-Triologie und Regisseur von Apocalypse Now, war von der Jury als Gewinner in der Kategorie Kunst ausgewählt worden: “Das ist das Spannende am Menschen: Nämlich, dass die Kinder jeder Generation noch schneller laufen und noch höher springen, dass sie Musikinstrumente mit unheimlicher Exzellenz spielen und von neuen cineastischen Begriffen träumen, die wir nur zu erraten versuchen können”, sagte Francis Ford Coppola.

In der Kategorie Kommunikation und Humanwissenschaften wurde der spanische Philosoph Emilio Lledó Íñigo ausgezeichnet. Der 87-Jährige hat unter anderem in Deutschland an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg studiert und gelehrt. In der Begründung des Auswahlkomitees hieß es: “Emilio Lledó sieht Philosophie als eine Art Meditation über die menschliche Sprache und unterstreicht dabei unser naturgegebenes Bedürfnis nach Kommunikation.”

Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna wurde der Prinzessin-von-Asturien-Preis für “Wissenschaftliche und Technische Forschung” zuteil. Die Französin Charpentier leitet seit 2013 die Abteilung “Regulation in der Infektionsbiologie” am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und lehrt an der Medizinischen Hochschule Hannover. Charpentier ist eine Koryphäe auf dem “Gebiet der Regulationsmechanismen, die Infektionsprozessen und Immunität von pathogenen Bakterien zugrunde liegen.”

Doudna ist Professorin für Chemie und Molekularbiologie an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Die Amerikanerin hat sich als Forscherin auf dem Gebiet der Ribozyme einen Namen gemacht.

Die Preisträger in der Kategorie Sport, die Basketball-Brüder Marc und Pau Gasol, konnten nicht nach Oviedo kommen. Sie bereiten sich derzeit auf die neue Saison in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA vor. Sie hatten deshalb ihren Vater Agustí zur Preisverleihung geschickt.

Die als “spanischer Nobelpreis” geltende Auszeichnung ist nach Thronfolgerin Leonor benannt und trug bis 2014 den Namen ihres Vaters Felipe, des damaligen Prinzen von Asturien und jetzigen Königs von Spanien. Der Preis wird seit 1981 in acht Kategorien verliehen.