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Türken wählen neues Parlament

Zum zweiten Mal innerhalb von knapp fünf Monaten wählen die Türken ein neues Parlament. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte die Neuwahl

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Zum zweiten Mal innerhalb von knapp fünf Monaten wählen die Türken ein neues Parlament. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte die Neuwahl anberaumt, als Regierungschef Ahmet Davutoğlu nach der Abstimmung am 7. Juni keine Regierungskoalition zustande brachte. Kritiker vermuten aber, Erdogan wolle Neuwahlen, damit die islamisch-konservative AKP ihre absolute Mehrheit zur Alleinregierung zurückgewinnt, die sie bei der Wahl im Juni erstmals seit 2002 verfehlte. Umfragen sagen allerdings ein ähnliches Ergebnis wie im Juni voraus. Eine künftige Alleinregierung der AKP wäre demnach erneut unwahrscheinlich. Aussicht auf Einzug ins Parlament hat die rechtsextreme MHP, die den Grauen Wölfen nahe steht. Ebenso wird voraussichtlich die republikanische CHP die erforderliche 10-Prozenthürde nehmen, die größte Oppositionspartei. Mit großer Spannung wird auch das Abschneiden der kurdenfreundlichen HDP erwartet. Sie hatte im Juni mit 13,1 Prozent als erste prokurdische Partei den Einzug ins türkische Parlament geschafft. Dieses überraschend gute Ergebnis hatte die AKP die absolute Mehrheit gekostet. Alle Umfragen sehen sie erneut oberhalb der Zehnprozenthürde. Insgesamt sind 56,6 Millionen Türken zur Wahl aufgerufen. Die Wahllokale schließen um 15.00 Uhr. Erste Hochrechnungen werden am Abend erwartet, die ersten Ergebnisse in der Nacht.