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Fischbetrug: liegt auf dem Teller was auf der Speisekarte steht?

Euronews Korrespondentin Margherita Sforza isst gern Fisch. Aber wie sicher kann sie sein, auch wirklich das serviert zu bekommen, was ihr das Menü

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Fischbetrug: liegt auf dem Teller was auf der Speisekarte steht?

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Euronews Korrespondentin Margherita Sforza isst gern Fisch. Aber wie sicher kann sie sein, auch wirklich das serviert zu bekommen, was ihr das Menü verspricht? Nicht besonders, lautet die Antwort, wie die internationale NGO für maritime Nachhaltigkeit, Oceana, festgestellt hat.

In Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Leuven hat sie 280 Gerichte in 150 Brüsseler Restaurants getestet. mit, so unsere Korrespondentin, “verblüffenden Ergebnissen.”

Nur 5% des teuren Bluefin Thunfisch etwa, war wirklich welcher. Der Rest: billigere Varianten wie Yellowfin oder Bigeye.

13% aller Kabeljaugerichte waren in Wirklichkeit billiger Tropenfisch wie Pangasius oder Seelachs.

Und die Seezunge wurde auch in 13% aller Fälle durch billigere Arten ersetzt.

“Das muss nicht unbedingt die Schuld der Gaststätte sein, auch die Großhändler können schummeln, um die Profitmarge zu erhöhen. EU-Recht besteht zwar auf korrekter Kennzeichnung, aber es wird oft nicht eingehallten”, so der Direktor der NGO, Lasse Gustavsson gegenüber Euronews.

Selbst die Kantinen der EU-Behörden sind nicht vor Fischbetrug sicher: dort fanden die Aktivisten 38% falsch bezeichnete Fischarten auf dem Menü.

Entsprechende Studien fanden hohe Betrugsraten in Italien (32%) , Spanien (30%) und Irland (19%), weniger hohe in Großbritannien (6%) und Frankreich (4%).

Die Gründe für diesen Fischbetrug liegen vor allem in der Überfischung, speziell im Mittelmeer und im Nordatlantik, und in der Profitgier.

Die Folgen für die Verbraucher sind vor allem finanzieller und gesungheitlicher Art: billiger, importierter Fisch ist nicht so strengen Kontrollen unterworfen wie in europäischen Gewässern gefangener.

Der Tipp der Aktivisten: fragen sie häufiger mal den Kellner oder den Koch, ob auch wirklich auf dem Teller ist, was auf der Karte steht.