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EU beschließt Milliarden-Hilfsfonds für Afrika

Die EU bietet afrikanischen Staaten Milliardenhilfe an, um die Bevölkerung abzuhalten nach Europa auszuwandern. Auf dem EU-Afrika-Gipfel in Malta

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EU beschließt Milliarden-Hilfsfonds für Afrika

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Die EU bietet afrikanischen Staaten Milliardenhilfe an, um die Bevölkerung abzuhalten nach Europa auszuwandern. Auf dem EU-Afrika-Gipfel in Malta unterzeichneten die EU-Vertreter feierlich das Gründungsdokument für den Hilfsfonds. Er soll 1,8 Milliarden Euro EU-Mittel umfassen. Die EU-Staaten sollen noch einmal die gleiche Summe beisteuern. Allerdings haben erst 25 der 28 EU-Staaten 78,2 Millionen Euro an nationalen Mitteln angeboten.

Das Geld soll zur Verringerung der Bekämpfung der armutsbedingten Migration von Afrika beitragen und im Kampf gegen Schleuserbanden fließen.

Schwerpunkt sind die Sahelzone, die Tschadsee-Region, das Horn von Afrika und Nordafrika. Von dort oder über diese Staaten machen sich zahlreiche Migranten auf den Weg in Richtung Europa.

Als Reaktion auf den wachsenden Flüchtlingsstrom hat Schweden das Schengenabkommen ausgesetzt und für zunächst 10 Tage Grenzkontrollen wiedereingeführt. Im Prinzip betrifft dies die Örsesundbrücke nach Dänemark und die südschwedischen Häfen.

“Wir befinden uns alle in einer schwierigen Situation. Schweden hat viele Flüchtlinge aufgenommen, pro Kopf viel mehr als andere Staaten. Es gibt keinen Zaun. Wir müssen sicherstellen, dass wir die Kontrolle darüber behalten, wer zu uns kommt”, erklärte Ministerpräsident Stefan Löfven auf Malta.

Seit September sind 80 000 Asylbewerber nach Schweden eingereist. An den Grenzstationen herrschen zum Teil chaotische Zustände. Die Kontrollen sollen einen geordneteren Empfang ermöglichen.

Migrationsminister Morgan Johansson hatte vor einigen Tagen erklärt, Schweden könne Flüchtlingen keine Unterkunft mehr garantieren. Neuankömmlinge müssten nach Dänemark oder Deutschland zurückkehren oder sich selbst eine Unterkunft suchen. “Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht”, sagte der Minister.

Am Anfang der Balkanroute, am serbischen Grenzübergang Presovo, warteten am Donnerstag etwa 3.000 Migranten darauf, ihre Reise nach Nordeuropa fortsetzen zu können.

“Der Fokus hat sich nun auf die Türkei verlegt, die an diesem Wochenende Gastgeber für den G20 Gipfel ist. Dort will die EU versuchen die anderen davon zu überzeugen, dass die Migrationskrise auch ihr Problem ist”, kommentiert euronews-Reporter James Franey.

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EU-Hilfsfonds für Afrika - Englisch