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Jemen vor dem Kollaps: "Wir stecken jetzt in den tiefsten Abgründen der Katastrophe"

Es ist das letzte Aufgebot zur ansatzweisen Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. In der jemenitischen Hafenstadt Aden, einem Brennpunkt des

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Jemen vor dem Kollaps: "Wir stecken jetzt in den tiefsten Abgründen der Katastrophe"

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Es ist das letzte Aufgebot zur ansatzweisen Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. In der jemenitischen Hafenstadt Aden, einem Brennpunkt des erbittert geführten Bürgerkriegs, führt praktisch Jedermann Straßenkontrollen durch. Das Spektrum reicht von bewaffneten Jugendlichen bis hin zu versprengten Mitgliedern von Rebellengruppen.

Meinung

Das Gesundheitssystem ist kollabiert

Die Behörden haben laut Adens Sicherheitschef Mohamed Musaed kapituliert:

“Dieser Krieg hat alles zerstört inklusive der Sicherheitskräfte. Ex-Präsident Ali Saleh hatte treue Gefolgsleute um sich geschart, die nach seinem Sturz verschwanden. Heute vertrauen wir jungen Widerstandskämpfern, die sich zusammen mit Anwohnern und verbliebenen Sicherheitskräften um die Ordnung kümmern.”

Die drittgrößte jemenitische Stadt Taiz galt während des Arabischen Frühlings als Zentrum des Widerstandes gegen die staatliche Obrigkeit. Heute wird Taiz von Houthi-Rebellen belagert und liegt unter Dauerbeschuss. Kaum eine Klinik steht Kranken und Verwundeten noch offen.

Krankenhausarzt Abdel Raheem Al Saamee:

“Die Katastrophe steht nicht länger unmittelbar bevor, wie wir es lange ausgedrückt haben. Wir stecken jetzt in den tiefsten Abgründen der Katastrophe. Das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die wenigen nicht geschlossenen Kliniken können die Kriegsopfer nicht richtig behandeln.”

Trotz der Kriegswirren bleibt Jemen ein Zufluchtsland. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR sind im laufenden Jahr bereits 70.000 vornehmlich ostafrikanische Asylsuchende eingereist.