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Flüchtlinge leiden unter Winterwetter

Der Winter macht die ohnehin gefährliche Reise der Flüchtlinge noch unsicherer. Und dennoch gehen viele das Risiko ein – nicht selten unter dem Druck

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Flüchtlinge leiden unter Winterwetter

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Der Winter macht die ohnehin gefährliche Reise der Flüchtlinge noch unsicherer. Und dennoch gehen viele das Risiko ein – nicht selten unter dem Druck von Schleppern. Die Überfahrt von der Türkei zur griechischen Insel Lesbos ist und bleibt eine der heikelsten Passagen, sagt Patric Mansour vom UN-Flüchtlingshilfswerk.

“Die Menschen sind sich der Gefahr der Überquerung nicht bewusst. Sie glauben, dass sie in ein sicheres Boot steigen und dass die See ruhig ist. Viele Flüchtlinge sagen uns, sie würden mit vorgehaltener Waffe gezwungen einzusteigen, nachdem sie bezahlt haben – und dass sie ins Boot müssen, selbst wenn sie sich weigern”, so Mansour.

Nach wie vor treffen täglich Flüchtlinge an der österreichisch-deutschen Grenze ein. Oft sind sie Regen oder Schnee ausgesetzt, aber nicht angemessen gekleidet. Deshalb haben die Behörden reagiert, erläutert Rudolf Höser, Sprecher der deutschen Bundespolizei:

“Es ist vorgesehen, ab dem 5. Dezember ein neues Verfahren zu praktizieren. Das sieht so aus, dass in Nebelberg in Österreich derzeit eine winterfeste Halle gebaut wird. Von dort aus sollen die Migranten dann mit Bussen direkt bis nach Wegscheid verbracht werden, sodass das Umsteigen an der Grenze entfällt”, so Höser.

In Deutschland, dem Ziel der meisten Flüchtlinge, sind bereits Turnhallen und leerstehende Gebäude zuhauf wohnbar gemacht worden. Beinahe allerorten wird nach zusätzlichen Flüchtlingsunterkünften gesucht.

Schweden hat angesichts des schier endlosen Zustromes die Asylgesetzgebung geändert. In den vergangenen zwei Monaten sind 80.000 Flüchtlinge in dem skandinavischen Land angekommen. Es geht nicht mehr, sagt Ministerpräsident Stefan Löfven:

“Die Gemeinden können keine Asylbewerber mehr aufnehmen, die Behörden schaffen es nicht, die Arbeit zu bewältigen”, so Löfven. “Das Migrationswerk ist nicht in der Lage, noch mehr Betten für Menschen zur Verfügung zu stellen. Das ist eine unhaltbare Situation. Die Menschen müssen jetzt Asyl in anderen EU-Ländern beantragen.”

Mehrere Länder auf dem Balkan haben sich dazu entschlossen, nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak einreisen zu lassen. An der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien demonstrierten rund 2.000 Menschen, die aufgrund dieser Regelung jetzt festsitzen.