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Reaktionen zum Hamburger Olympia-Aus

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Reaktionen zum Hamburger Olympia-Aus

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Viele Sportler, Funktionäre und Politiker sind über das Olympia-Aus in Hamburg enttäuscht. Olympia-Gegner freuen sich dagegen. Die dpa hat einige Reaktionen gesammelt.

Michael Vesper, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB): «Das ist eine bittere Niederlage, die wir alle nicht so erwartet haben.» … «Wenn es so einen herben Rückschlag gibt, geht das nicht spurlos vorüber.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über ihre stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz: Merkel habe das Votum «mit Bedauern zur Kenntnis genommen». «Aber natürlich ist es so (…), dass dieses Ergebnis zu respektieren ist.»

Roger Lewentz (rheinland-pfälzische Sportminister und Vorsitzender der Innenministerkonferenz, SPD): «Wir müssen das Ergebnis akzeptieren, auch wenn uns damit eine große Möglichkeit der weltweiten Werbung für unser Land entgehen kann.» Umso wichtiger sei nun die Bewerbung für die Fußball-EM 2024, die der DFB vorantreibe.

Michael Müller (Berlins Regierender Bürgermeister, SPD): «Mit dem Nein zu Olympia ist vermutlich – auch nach München – eine Perspektive auf Olympische Spiele in Deutschland auf lange Zeit weg. Das ist schade, für den Sport, aber auch für Deutschland insgesamt.»

Stefan Kretzschmar (Ex-Handball-Nationalspieler): «Hamburg meine Perle vor die Säue geworfen. Das Tor zur olympischen (Sport)welt für immer geschlossen.»

Robert Harting (Diskus-Olympiasieger): “Ein Hamburger Desaster – welche Vision von sportlicher Zukunft verfolgen die Menschen in dem Land für das ich kämpfe überhaupt noch? Der Vision von McDonalds und unbeweglichen Kindern, von dicken Kindern? Wahrscheinlich.”

Andreas Michelmann (Präsident des Deutschen Handballbunds): «Offenbar ist die Bevölkerung so verunsichert und denkt so kleinteilig, dass es leichter ist, sie mit Angstsirenen einzuschüchtern als mit Visionen für die Zukunft zu begeistern.» … «Das heißt, dass ein demokratisch regiertes Land nicht zur Verfügung steht.»

Ingo Weiss (Präsident des Deutschen Basketball Bundes, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend und Mitglied des DOSB-Präsidiums): «Den Vertrauenszuschuss, den wir den Hamburgern mit unserer Entscheidung für die Stadt gegeben haben, haben sie leider nicht gerechtfertigt. Mir tut es vor allem für die junge Generation leid» … «Das Perverse ist, dass ich überzeugt davon bin, dass, wenn wir über die Fußball-EM 2024 abgestimmt hätten, wir sicherlich ein positives Ergebnis bekommen hätten.»

Frank Stäbler (Ringer-Weltmeister): «Dieses Ergebnis ist eine große Enttäuschung für mich und eine Katastrophe für den deutschen Sport.»

Peter Frese (Präsident Deutscher Judo-Bund): «Wenn wir eine Abstimmung machen würde, wie viele Leute für die Elbphilharmonie sind, würden nicht 48 Prozent erreicht.» … «Jetzt darf sich keiner aufregen, wenn Olympia nur noch an Länder mit autoritären Staatschefs vergeben wird.»

Marcel Nguyen (zweimalige Olympia-Zweite von London 2012 im Turnen): «Nach München die zweite verpasste Gelegenheit für Olympia in Deutschland. Das ist wirklich unfassbar!»

Henning Lambertz (Schwimm-Chefbundestrainer): «Das ist für uns nicht nur sehr schade, sondern katastrophal.» … «Wir werden es schwerer haben, mehr Gelder zu akquirieren.»

Steffen Deibler (Weltklasse-Schwimmer): «Nach dem negativen Referendum wird nun an vielen Stellen des Sports die Euphorie gedämpft. Fußball geht immer, aber ich glaube die anderen Sportarten hätten davon profitiert.»

Judith Demba (Olympia-Gegnerin/Naturfreunde Berlin): «Wir bedanken uns bei der FIFA für die gute Mitarbeit. Der Skandal im Weltfußball-Verband hat beim Referendum eine große Rolle gespielt. Das hat zu einem großen Vertrauensverlust in der Bevölkerung gegenüber Sportverbänden geführt.»

Reinhard Rauball (zweiter DFB-Interimspräsident): «Dieses Signal sollte der gesamte Sport in Deutschland sehr ernst nehmen. Die Sicherheitslage war mit Blick auf die Entscheidung sicherlich ebenso wenig förderlich wie die Diskussion um Sportverbände in den vergangenen Wochen.»