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Deutschland: Flüchtlingszahl deutlich höher als erwartet

Die Zahl der seit Jahresbeginn in Deutschland erfassten illegalen Migranten und Flüchtlinge ist deutlich höher, als zunächst erwartet. Bis Ende

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Deutschland: Flüchtlingszahl deutlich höher als erwartet

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Die Zahl der seit Jahresbeginn in Deutschland erfassten illegalen Migranten und Flüchtlinge ist deutlich höher, als zunächst erwartet. Bis Ende November wurden fast 965.000 Migranten registriert. Das sind mehr, als der Bund bis Jahresende vorausgesagt hatte.

Meinung

"Seit vielen Monaten arbeiten die Mitarbeiter des Bundesamtes unter höchster Belastung."

Rund die Hälfte (484,000 Personen) kamen aus Syrien, so das deutsche Innenminsterium. Die zweitgrößte Gruppe illegaler Migranten sind Afghanen, gefolgt von Irakern.

Innenminister Thomas de Maizière hatte bis zum Jahresende 800,000 Asylbewerber vorausgesagt.

Wegen des enormen Ansturms können viele Migranten noch keinen Asylantrag stellen. Daher liegen die Zahlen der Anträge unter den Registrierungszahlen. Im November wurden rund 57,800 Anträge gestellt, gleichzeitig wurden allein im November mehr als 200,000 illegale Migranten und Flüchtlinge registriert.

Innenminister de Maizière nahm unterdessen die Mitarbeiter und den Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Schutz. “Schwarze-Peter-Spiele auf dem Rücken von Mitarbeitern – welcher Ebene auch immer – halte ich für unangemessen”, sagte de Maizière am Montag in Berlin. “Jeder trägt dazu bei und sollte dazu beitragen, diese große Herausforderung gemeinsam zu schultern.”

Zu den Forderungen, die Mitarbeiter der Behörde müssten dringend auch am Wochenende arbeiten, um den Berg an unerledigten Asylanträgen abzutragen, sagte de Maizière, in Kernbereichen des Bundesamts werde bereits im Schichtbetrieb gearbeitet. “Es gibt Gespräche darüber, das auszuweiten – und das unterstütze ich.”

Er nahm die Beschäftigten der Behörde gegen Kritik in Schutz. “Seit vielen Monaten arbeiten die (…) Mitarbeiter des Bundesamtes unter höchster Belastung.”

Am Wochenende hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Arbeitstempo und die arbeitsfreien Wochenenden des Bundesamtes (BAMF) kritisiert. Bereits nach einem Auftritt des BAMF-Leiters Frank-Jürgen Weise bei der Innenministerkonferenz war von Ressortchefs der Sozialdemokraten wie der Christdemokraten Kritik gekommen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat derweil die Hilfsbereitschaft der Deutschen in der Flüchtlingskrise gelobt. Gleichzeitig kritisierte er die Zurückhaltung diverser EU-Länder geübt. “Ich will schon anerkennen, was gerade wir Deutschen in den letzten Monaten und Wochen gebracht haben an Empfangsbereitschaft”, sagte Gauck vor einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Amman. “Aber wir sehen, dass nicht alle Staaten in Europa so wie unser Land, Schweden und Österreich agieren.”

Bericht des Innenministeriums