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Tödliche Schüsse in Tel Aviv: Fahndung nach Angreifer hält an

Nach dem ein arabischer Israeli vor einer Bar im Zentrum Tel Avivs zwei Menschen erschossen und sieben verletzt hat, hält die Suche nach dem Täter

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Tödliche Schüsse in Tel Aviv: Fahndung nach Angreifer hält an

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Nach dem ein arabischer Israeli vor einer Bar im Zentrum Tel Avivs zwei Menschen erschossen und sieben verletzt hat, hält die Suche nach dem Täter an. Die umliegenden Straßen waren zeitweise gesperrt. Wie israelische Medien berichten, war am Abend ein massives Polizeiaufgebot in der Stadt unterwegs. Polizeisprecher Micky Rosenfeld teilte auf Twitter mit, dass Gebäude und Wohnungen durchsucht wurden.

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Als ich mein Kind gesehen habe und gemerkt habe, dass es nicht mehr lebt, bin ich in Ohnmacht gefallen.

Der Angreifer hatte am Nachmittag vor der Bar Simta an der Dizengoffstraße um sich geschossen. Auf Bildern einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie er im anliegenden Lebensmittelgeschäft eine automatische Waffe aus seinem Rucksack holt und losfeuert. Der Vater des Täters hatte ihn auf den Aufnahmen erkannt und sich bei der Polizei gemeldet, wie unter anderem die Zeitung Haaretz berichtet. Es soll sich um einen 29-Jährigen handeln, der in Wadi Ara in Nordisrael lebt.

David Backal ist der Vater eines der Opfer. Alon Backal war laut Haaretz der Leiter der Simta-Bar. “Sein älterer Bruder Avi ist zur Kneipe gerannt und hat ihn dort liegen sehen”, so David Backal. “Die Bar ist nur anderthalb Minuten vom Krankenhaus entfernt, ich bin hierhin gerannt und habe darauf gewartet, dass der Krankenwagen kommt. Als ich mein Kind gesehen habe und gemerkt habe, dass es nicht mehr lebt, bin ich in Ohnmacht gefallen.”

Ob die Tat einen terroristischen Hintergrund hat, ist bisher nicht klar. Die Sicherheitskräfte halten laut israelische Medien ein extremistisches Motiv für wahrscheinlich. Doch es werden auch Verwandte des Täters zitiert, die sagen, dass dieser psychische Probleme habe. Seine Familie habe wegen seiner Aggressionen bereits öfter die Polizei verständigt, wie Haaretz berichtet. Demnach hat der Angreifer fünf Jahre im Gefängnis gesessen, weil er einen Soldaten verletzt hatte, als er dessen Waffe klauen wollte.

Die deutsch-schweizerische Schriftstellerin Sibylle Berg war in der Bar nebenan als der Angriff passierte, wie sie auf Twitter schrieb. Unter dem Titel Wir alle, die nicht morden, sind betroffen, schildert sie auf welt.de wie sie die Situation in Israel erlebt.