Eilmeldung

Eilmeldung

Migrationsdruck in die EU: Türkei will syrischen Flüchtlingen Arbeitserlaubnis geben

Die Türkei hat angekündigt, bald Arbeitsgenehmigungen für syrische Flüchtlinge auszustellen, um die Zahl der Migranten in Europa zu reduzieren

Sie lesen gerade:

Migrationsdruck in die EU: Türkei will syrischen Flüchtlingen Arbeitserlaubnis geben

Schriftgrösse Aa Aa

Die Türkei hat angekündigt, bald Arbeitsgenehmigungen für syrische Flüchtlinge auszustellen, um die Zahl der Migranten in Europa zu reduzieren.

Bisherige Maßnahmen waren wenig effektiv. Trotz der Wintertemperaturen und regelmäßigerer Patrouillen der türkischen Küstenwache sind laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk in den ersten zehn Tagen des neuen Jahres mehr als 18.000 Menschen an griechischen Stränden gelandet. Auch am Montag ertranken dabei mindestens drei Personen.

Die Türkei hatte der EU schon im November zugesagt, Maßnahmen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen zu ergreifen, im Gegenzug für EU-Beitrittsverhandlungen, Visa und hohe Kostenbeteiligungen.

“Wir haben wichtige Weichen gestellt, um unseren syrischen Gästen schon sehr bald Arbeitsgenehmigungen zu erteilen, damit der Migrationsdruck sinkt”, verkündete nun der türkische Minister für EU-Angelegenheiten, Volkan Bozkir.

Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans äußerte sich nach einem Gespräch mit Bozkir positiv. Timmermans hatte noch letzte Woche erklärt, die EU sei mit dem Ergebnis der türkischen Maßnahmen nicht zufrieden.

“Die Türkei kann dies nicht ohne die EU lösen. Die EU kann es sicher nicht ohne die Türkei lösen. Wir müssen also Schulter an Schulter miteinander arbeiten. Ich bin wirklich zuversichtlich, nach den Gesprächen, die wir heute geführt haben. Ich glaube, wir werden jetzt echte Fortschritte machen”, sagte Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans nun.

In der Türkei leben offiziell bis zu 2,2 Millionen Syrer und einige hunderttausend Flüchlinge anderer Nationalitäten – bislang weitestgehend ohne Arbeitsgenehmigung. Manchen gelingt es mit Hilfe türkischer Verwandter Geschäfte zu eröffnen, Hunderttausende arbeiten aber schwarz. Mit der neuen Gesetzgebung sollen Flüchtlinge sechs Monate nach ihrer Registrierung eine Arbeitserlaubnis beantragen dürfen.