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Über 20 Tote bei Talibanangriff in Pakistan: "Es herrschte große Panik"

Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Universität im Nordwesten Pakistans sind nach offiziellen Angaben 20 Zivilisten getötet worden. Auch die

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Über 20 Tote bei Talibanangriff in Pakistan: "Es herrschte große Panik"

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Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Universität im Nordwesten Pakistans sind nach offiziellen Angaben 20 Zivilisten getötet worden. Auch die Täter, vier mutmaßliche islamistische Extremisten, kamen ums Leben.

Meinung

Er sprang, weil er Todesangst hatte

Die als jung aussehend beschriebenen Männer betraten die Bacha-Khan-Universität in der Stadt Charsadda über einen Nebeneingang und begannen, auf Studenten und Lehrkräfte zu schießen.

Zum Zeitpunkt der Attacke hielten sich nach Angaben der Universität rund 3000 Studenten auf dem Campus auf.

Während des Angriffs waren stundenlange Schusswechsel und mehrere Explosionen zu hören. Ein Student berichtete:

“Es herrschte große Panik. Ein Freund von mir sprang vor lauter Angst vom Universitätsgebäude. Das Gebäude ist sehr hoch. Er sprang trotzdem, weil er Todesangst hatte. Wir haben die Angreifer gesehen. Sie schrien “Allah ist der Größte”.”

Ein Krankenhaussprecher berichtete von zahlreichen zum Teil schwer Verletzten.

Kurz nach dem Beginn der Attacke drangen schwer bewaffnete Soldaten auf das Gelände vor und riegelten die Bacha-Khan-Universität ab.

Zunächst bekannte sich die pakistanische Talibangruppe TTP (Tehrik-e Taliban) zu dem Massaker. Das dementierte kurz darauf Muhammad Khorasani, der offizielle Sprecher der TTP.

Hintergrund der widersprüchlichen Aussagen könnten Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Islamistengruppe sein.

Charsadda liegt nahe der Stadt Peschawar, wo vor gut einem Jahr mehr als 130 Schüler bei einem Überfall massakriert wurden.

Gegen verschiedene Talibangruppen begann das pakistanische Militär anschließend großangelegte Offensiven.