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Gewaltsame Proteste in Tunesien: "Wir verteidigen unser Recht auf Arbeit"

In Tunesien ist es den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen während Demonstrationen gegen die Wirtschaftspolitik und die grassierende

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Gewaltsame Proteste in Tunesien: "Wir verteidigen unser Recht auf Arbeit"

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In Tunesien ist es den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen während Demonstrationen gegen die Wirtschaftspolitik und die grassierende Arbeitslosigkeit in dem Land gekommen.

Meinung

Wir sind zu acht und wer ernährt uns? Meine Schwester!

In der zentraltunesischen Stadt Kasserine versuchte eine aufgebrachte Menge eine Polizeistation zu stürmen. Die Beamten setzten nach Augenzeugenberichten Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten hatten eine nächtliche Ausgangssperre ignoriert.

In der nahegelegenen Stadt Fériana kam bei einem ähnlichen Gewaltausbruch laut des Innenministeriums mindestens ein Polizist ums Leben. Landesweit seien mehr als ein Dutzend Polizisten verletzt worden.

Die Proteste hatten sich nach dem Freitod eines Erwerbslosen in Kasserine entzündet. Ein anderer Arbeitsloser rechfertigte die Proteste:

“Wir verteidigen unser Recht auf Arbeit. Die Krawalle sind die einzige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Regierung zu gewinnen. Wir stellen seit fünf Jahren Forderungen, ohne eine Antwort zu bekommen.”

Eine arbeitslose Frau ergänzte:

“Wir sind zu acht in der Familie und wer ernährt uns? Meine Schwester! Sie hat studiert und arbeitet bei der Straßenreinigung für 100 Euro im Monat. Können Sie sich das vorstellen? Wir wohnen zur Miete und der Vermieter versucht seit drei Jahren, uns rauszuwerfen. Sonnenaufgänge sind für mich schon lange kein Grund zur Hoffnung mehr.”

Vorübergehend besetzten Demonstranten das Amtsgebäude des Gouverneurs von Kasserine.

Die Arbeitslosenquote in Tunesien lag Ende vergangenen Jahres offiziell bei 15,3 Prozent; 2010 waren es 12 Prozent. Mit einer aktuellen Quote von 30 Prozent gilt das knapp 100.000 Einwohner zählende Kasserine als eine der strukturschwächsten Regionen Tunesiens.

Die Regierung kündigte als Reaktion auf die Ausschreitungen eine Jobinitiative für 6000 junge Erwerbslose aus Kasserine an. Die Stadt gehört zu den Orten, in denen 2011 der revolutionäre Arabische Frühling begann.