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Rote Türen für Asylbewerber: "Geheime Politik der Apartheid"?

Apartheid auf offener Straße? In Großbritannien ist im Zusammenhang mit roten Haustüren ein Konflikt über politische Korrektheit entbrannt. Laut

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Rote Türen für Asylbewerber: "Geheime Politik der Apartheid"?

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Apartheid auf offener Straße? In Großbritannien ist im Zusammenhang mit roten Haustüren ein Konflikt über politische Korrektheit entbrannt.

Meinung

"Für mich ist das ein Mangel an Respekt"

Laut eines Berichts der “Zeitung “The Times” fühlen sich”:http://www.thetimes.co.uk/tto/news/uk/article4669721.ece zahlreiche Asylbewerber gebrandmarkt, weil fast alle ihre Unterkünfte in der nordenglischen Stadt Middlesborough durch rote Türen erkennbar seien.

Deshalb seien mehrere Gebäude bereits mit Steinen oder Eiern beworfen worden. Nach “Times”-Recherchen hätten von 168 unter die Lupe genommenen Häusern 155 rote Türen gehabt.

Hinter einer der Türen lebt der syrische Asylbewerber Jamal Al Hariri:

“Wenn man sich meine Tür so anguckt, ist das für mich ein Mangel an Respekt. Die ganze Tür ist rot und die Farbe steht jetzt stellvertretend für Flüchtlinge.”

Der britische Einwanderungsminister James Brokenshire reagierte bereits auf den Zeitungsbericht und veranlasste eine Untersuchung der vermeintlichen Kennzeichnung:

“Ich bin sehr besorgt über die Fragen und Sorgen im Zusammenhang mit den einfarbigen Türen von Unterkünften für Asylbewerber. Ich habe mich deshalb mit einer dringlichen Anfrage an das Innenministerium gewandt und um Rückmeldung an mich und den Innenminister gebeten.”

Die betreffenden Unterkünfte werden von einem Subunternehmen – Jomast – des weltweit tätigen Sicherheitskonzerns G4S betrieben. Jomast-Manager Stuart Monk wies die Vorwürfe zurück:

“Nun, es war überhaupt nicht als Akt der Diskriminierung gedacht und deshalb ist die Argumentation für mich nicht stichhaltig. Es gab keine Beschwerden von Asylbewerbern, deshalb kann ich die Kritik auch nicht akzeptieren.”

Beruhigt haben sich die Gemüter aber noch nicht. Laut der “Times” wird über eine “geheime Politik der Apartheid” spekuliert. Außerdem habe ein früherer Abgeordneter die roten Türen mit der zwangsweisen Kennzeichnung von Juden im Dritten Reich verglichen.