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Tunesien: Nach Unruhen landesweite Ausgangssperre

Hohe Sicherheitsvorkehrungen in Tunesiens Hauptstadt Tunis. Die Regierung hat für die Nacht eine Ausgangssperre verhängt. Sie gilt im ganzen Land

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Tunesien: Nach Unruhen landesweite Ausgangssperre

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Hohe Sicherheitsvorkehrungen in Tunesiens Hauptstadt Tunis. Die Regierung hat für die Nacht eine Ausgangssperre verhängt. Sie gilt im ganzen Land. Anlass sind die massivsten sozialen Unruhen, die Tunesien seit dem Aufstand vor fünf Jahren gesehen hat. Die Wirtschaft darbt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Menschen sind unzufrieden.

Meinung

Wir haben keinen Zauberstab, um die Arbeitslosigkeit sofort zu beenden.

Tunesiens Regierungschef Habib Essid war an diesem Freitag in Paris zu Besuch. Er sagte: “Die Lage beruhigt sich. Dies ist ein wirtschaftliches Problem, es hat mit der Arbeitslosigkeit zu tun. Wir haben einige Pläne, um das Problem zu lösen, das eine der größten Herausforderungen für uns ist. Wir haben keinen Zauberstab, wir können das Problem der Arbeitslosigkeit nicht sofort lösen.”

Tödlicher Stromschlag löst Proteste aus

In mehreren Regionen des Landes kam es in den vergangenen Tagen zu teilweise gewaltsamen Protesten. In mehreren Städten wurden Polizeiautos angezündet und Geschäfte geplündert. In Kassérine kam ein Polizist ums Leben.

Die Demonstrationen hatten am vergangenen Wochenende in der Provinz Kassérine begonnen, nachdem ein junger Arbeitsloser aus Protest gegen eine abgelehnte Jobbewerbung auf einen Strommast geklettert war und dabei einen tödlichen Schlag erlitten hatte. Der Fall erinnerte viele an das Schicksal des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi.

Eine Milliarde Euro von Paris für Tunis

Paris will Tunesien nun mit einer Milliarde Euro unterstützen, um Jugendlichen und benachteiligten Regionen zu helfen. Das Geld wird dringend benötigt: Die Arbeitslosenquote liegt bei geschätzten 15 Prozent. Besonders viele junge Menschen haben keinen Job.

Tunesien, das Ursprungsland des sogenannten Arabischen Frühlings, hat zwar den Übergang zur Demokratie geschafft. Doch die wirtschaftlichen Probleme, verschärft durch die Terrorattacken im vergangenen Jahr, sind noch lange nicht überwunden.



Mitteilung der französischen Regierung über die Milliarden-Hilfe


Interviews mit Habib bei France24