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"Kunst aus dem Holocaust" - Eine Ausstellung in Berlin

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"Kunst aus dem Holocaust" - Eine Ausstellung in Berlin

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Bilder, die vor über 70 Jahren in Konzentrationslagern und Gettos entstanden, zeigt eine ganz besondere Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

Bilder, die vor über 70 Jahren in Konzentrationslagern und Gettos entstanden, zeigt eine ganz besondere Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin: Kunst aus dem Holocaust. Erstmals sind 100 Werke aus der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in einer umfangreichen Ausstellung in Deutschland zu sehen.

Nelly Toll ist die einzige noch lebende Künstlerin der Ausstellung. Die überlebte den Holocaust als kleines Kind mit ihrer Mutter in einem Versteck.

Nelly Toll: “Es ist eine wichtige Erfahrung, von der die künftige Generation lernen kann. Meine Kunst war vermutlich eine Art Therapie, die mich vor dem Grauen rettete. Und die mich ganz in Anspruch nahm. Denn wir saßen ja in diesem Raum und konnten nicht raus. Dadurch war ich beschäftigt. Ich nannte sie meine Wasserfarbenfreunde.”

Die Bilder zeigen Grausamkeit, Folter, Tod und unvorstellbares Leid, aber auch den festen Willen der Künstler als kreative Menschen zu widerstehen. Die 100 Werke wurden aus den insgesamt 6000 in Yad Vashem ausgesucht. Lange Verhandlungen waren nötig bis zur Ausstellung in Berlin.

Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem hat nach Angaben ihres Vorsitzenden Avner Shalev noch nie so viele ihrer Kunstwerke außerhalb Israels gezeigt.

Avner Shalev: “Berlin ist der richtige Ort, denn hier begann alles. Hier war das Zentrum, und hier schwebt die Ideologie irgendwo mit. Die deutsche Gesellschaft und der der Staat haben eine ganz besondere Verpflichtung und Verantwortung für die Zukunft. Wir waren der Ansicht, dass diese Botschaft der menschlichen Werte als Erstes in Berlin ausgestellt werden sollte.”

Eröffnet wurde die Ausstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Mahnung, niemals die Greueltaten der Naziherrschaft zu vergessen. Mit der Kunst sei es möglich, etwas von
der Kraft und dem Leiden der Menschen zu spüren. “Die hier gezeigten Bilder mahnen uns, jedes Bild auf seine eigene Art und Weise, das, was geschehen ist für immer im Gedächtnis zu behalten, das Andenken an die Opfer zu bewahren und uns mit ganzer Kraft für das ‘nie wieder’ einzusetzen”, sagte Merkel.

Die Ausstellung ist bis zum 3. April im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu Gast.