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Mit dem Traktor durch Athen: Bauern protestieren gegen Reformpläne

Die Wut über geplante Reformpläne von Bauern aus ganz Griechenland hat sich auf Athens Straßen entladen.

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Mit dem Traktor durch Athen: Bauern protestieren gegen Reformpläne

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In Athen haben mehrere Tausend Landwirte gegen die Reformpläne der Regierung protestiert. Aus ganz Griechenland waren sie angereist, um ihrem Ärger über die geplante Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben Luft zu machen.

Meinung

Die Bauern sind das Rückgrat der Wirtschaft.

Mit Traktoren blockierten sie die Straßen der Hauptstadt. Vor dem Landwirtschaftsministerium eskalierte der Protest am Nachmittag kurzzeitig. Einige Landwirte gingen auf Bereitschaftspolizisten los. Es gab mehrere Festnahmen.

Eine Gruppe aus Kreta verbrannte Äste von Olivenbäumen vor dem Parlament. Viele von ihnen sehen ihre Existenz in Gefahr. “Wir gehen hier nicht weg bis die Regierung ihre Pläne widerruft. Die Bauern sind das Rückgrat der Wirtschaft. Damit ist alles gesagt”, ruft ein Landwirt dem Reporter zu.

“Wir können nicht leben, nicht überleben. Das ist landesweit ein Problem. Der griechische Staat ist zusammengebrochen und wir müssen die Scherben aufsammeln”, meint ein anderer.

Bauern mussten bisher in Griechenland keine Rentenbeiträge leisten und erhielten eine Rente von rund 300 Euro. Die Regierung argumentiert, dass nur 10 Prozent der Bauern von den Reformplänen betroffen sind weil sie über 10.000 Euro Netto verdienen.

Bei einem ähnlichen Protest im Jahr 2009 hatte die Regierung den Forderungen der Bauern nachgegeben. Tsipras hatte sie zuvor ermutigt, ihre Demonstrationen fortzusetzen.

“Noch vor einem Jahr gehörten die Landwirte zu den wichtigsten Unterstützern von Syriza und ihre Stimmen haben erheblich dazu beigetragen, dass die linke Partei von Alexis Tsipras an die Macht kam. Doch die Zeiten haben sich geändert und nun gehören sie zu den entschiedensten Gegner der Regierung und ihrer Pläne, die Sozialversicherungsbeiträge zu erhöhen”, erklärt Stamatis Giannisis, euronews-Reporter in Athen.