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München: Lawrow schätzt Chance auf Feuerpause in Syrien "auf 49 Prozent"

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben sich bei einem Telefonat nach Angaben aus Moskau für weitere Verhandlungen über eine

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München: Lawrow schätzt Chance auf Feuerpause in Syrien "auf 49 Prozent"

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Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben sich bei einem Telefonat nach Angaben aus Moskau für weitere Verhandlungen über eine baldige Waffenruhe in Syrien ausgesprochen.

Meinung

Wir werden Zeugen neuer Verbrechen

Putin habe erneut für eine internationale Anti-Terror-Koalition in Syrien geworben. Beide Staatsoberhäupter hätten ausdrücklich die am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz erzielten Ergebnisse gelobt und weitere Verhandlungen vereinbart.

Aus gutem Grund: Die am Freitag in München vereinbarte Waffenruhe binnen einer Woche und der Beginn der humanitären Hilfen in belagerten Orten waren auch am Sonntag nicht in Sicht. Stattdessen verstärkte Russland die Bombenangriffe auf Regierungsgegner in Syrien.

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz warnte ein Gesandter der syrischen Oppositionsgruppe “Hohes Verhandlungskomitee” Europa vor einer “Beschwichtigungspolitik gegenüber Diktatoren”:

“Wir werden Zeugen neuer Verbrechen und das geht schon seit zwei Tagen so. Mehr Luftangriffe, und neue Abwürfe von Fassbomben auf syrische Städte wie al Ghouta und Dharaya. Dazu die Belagerung von Madaya.”

US-Außenminister John Kerry sagte in München, man befinde sich in Bezug auf Syrien an einem Scheidepunkt. Moskau müsse auf die Feuerpause hinarbeiten und den Beschuss von Zivilisten einstellen.

Bei einem Scheitern der Waffenruhe stünden die USA vor “schwierigen Optionen”. Ob das den Einsatz von Bodentruppen umfasst, erläuterte Kerry nicht.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow stellte infrage, ob die Amerikaner zu weiteren Schritten bereit seien. Die Chance auf eine Feuerpause in Syrien schätzte er auf 49 Prozent.