Eilmeldung

Eilmeldung

Davutoğlu attackiert Russland und Kurden

Im Norden Syriens sind bei Luftschlägen zwei Krankenhäuser und eine Schule getroffen worden. In Idlib wurde ein von “Ärzte ohne Grenzen”

Sie lesen gerade:

Davutoğlu attackiert Russland und Kurden

Schriftgrösse Aa Aa

Im Norden Syriens sind bei Luftschlägen zwei Krankenhäuser und eine Schule getroffen worden. In Idlib wurde ein von “Ärzte ohne Grenzen” mitbetriebenes Krankenhaus bombardiert. Die Organisation meldete zunächst acht vermisste Mitarbeiter, inzwischen ist von mehreren Toten die Rede, die Angaben sind im Moment noch unklar und je nach Quelle unterschiedlich. Mego Terzian, der Präsident von Ärzte ohne Grenzen, sagte, hinter den Angriffen steckten entweder die syrische Regierung oder Russland. Er sprach von einem vorsätzlichen Angriff.

Meinung

"Russland will Zivilisten töten und Massaker begehen."


In der Stadt Azaz kamen laut Agenturberichten bei einem Angriff auf eine Kinderklinik und eine Schule, in der sich Flüchtlinge aufhielten, mindestens 14 Menschen ums Leben. Augenzeugen, aber auch die türkische Regierung, machten die russische Luftwaffe für den Angriff in Azaz verantwortlich.



Azaz liegt in einem weitgehend kurdisch kontrollierten Gebiet, das seit dem Wochenende von der türkischen Armee beschossen wird. Sie will verhindern, dass der Ort von der syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheit YPG eingenommen wird.

Davutoğlu: “Russland will Zivilisten töten”

Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoğlu griff derweil bei einem Besuch in der Ukraine Moskau scharf an. Russland hatte angekündigt, die Luftschläge in Syrien fortzusetzen, auch im Falle einer Waffenruhe, die vergangenen Freitag in München vereinbart worden war.

Davutoğlu: “Diese Ankündigung zeigt, dass Russland selbst nach der Vereinbarung von München keinen Waffenstillstand einhalten, sondern nur noch mehr Zivilisten töten und mehr Massaker an der Seite der syrischen Regierung verüben will.”

Türkei beschießt weiter Kurdenposten in Syrien

Davutoğlu sagte, Moskau verhalte sich selbst wie eine Terrororganisation. Außerdem kündigte er an, die Angriffe auf Stellungen syrischer Kurden fortzusetzen. Er sagte, die Türkei werde es nicht zulassen, dass Azaz an die syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheit YPG falle.


Auch an diesem Montag beschoss die Türkei kurdische Stellungen in Syrien. Man habe auf Angriffe der Kurden reagiert, hieß es aus Ankara. Zuvor hatte die türkische Regierung den Vorwurf der syrischen Regierung zurückgewiesen, Bodentruppen über die Grenze nach Syrien geschickt zu haben.

Die Türkei fürchtet, dass Syriens Kurden an der Grenze zur Türkei einen autonomen Staat ausrufen könnten. Die YPG ist der bewaffnete Arm der syrisch-kurdischen Partei Partiya Yekitîya Demokrat (PYD). Diese wiederum ist mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK aus der Türkei verbunden.

Zuvor hatte die türkische Regierung den Vorwurf der syrischen Regierung zurückgewiesen, Bodentruppen über die Grenze nach Syrien geschickt zu haben. Eine solche Absicht hege man auch nicht, so das Außenministerium in Ankara.