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Über 80.000 neue Flüchtlinge - wird jetzt stärker abgeriegelt?

In diesem Jahr sind bisher mehr als achtzigtausend Flüchtlinge über das Wasser nach Europa gekommen. Das teilt die Internationale Organisation für

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Über 80.000 neue Flüchtlinge - wird jetzt stärker abgeriegelt?

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In diesem Jahr sind bisher mehr als achtzigtausend Flüchtlinge über das Wasser nach Europa gekommen. Das teilt die Internationale Organisation für Migration mit, die IOM.

Die allermeisten von ihnen, etwas über 77000, kamen in Griechenland an. Nach Italien setzten demgegenüber mit knapp sechstausend nur noch wenige über.

Auf beiden Routen zusammengenommen verzeichnet die IOM seit Jahresbeginn auch 410 Todesfälle.

In Europa wollen jetzt mehrere Länder Mazedonien dabei unterstützen, seine Grenze für Flüchtlinge abzuriegeln.

Auch Österreich bietet wie schon seit einiger Zeit Polizisten und Technik an, dazu bei Bedarf auch Soldaten. Österreich selbst erreicht bald seine festgelegte Aufnahmegrenze und müsste dann seine Grenze gegenüber den Balkanländern schließen.

Darauf hatte Außenminister Sebastian Kurz auch schon vor anderthalb Wochen hingewiesen: Siebentausend Menschen hätten im Januar in Österreich Asyl beantragt, sagte er. Man rechne mit einem Familiennachzug von dreißigtausend Menschen, so dass die geplante Obergrenze von 37500 Menschen für das ganze Jahr bald erreicht sei.

Kurz bekam letzte Woche von Mazedonien die Zusage, es werde nur noch so viele Flüchtlinge ins Land lassen, wie von den nördlichen EU-Ländern aufgenommen würden: Das sei “eine Frage der Mathematik”, sagte Kurz’ Kollege Nikola Poposki.

Konkret soll für Migranten nur noch ein Grenzübergang offen bleiben. Poposki sagte auch, man sei dankbar für jede Unterstützung bei der Grenzsicherung. Ob Polizisten oder Soldaten geschickt werden, sei unerheblich: Es gehe um Art von Personal, das Uniform trage und Sicherheitsmaßnahmen treffen könne.

Auch Slowenien begrenzt jetzt die Einreise. Laut dem slowenischen Fernsehen dürfen ab heute weniger Flüchtlinge einreisen. Nur noch tausend Menschen würden dann jeden Tag ihrerseits nach Österreich weitergelangen.

Auf der griechischen Insel Kos, einem der Anlaufpunkte für die Flüchtlinge, haben gestern wieder Menschen gegen die Einrichtung eines Aufnahmezentrums demonstriert.

Griechenland will auf seinen Ägäis-Inseln, unmittelbar vor der türkischen Küste, fünf dieser Registrierungszentren einrichten: Das auf Lesbos gibt es schon, das auf der Insel Chios wurde gerade fertiggestellt.

Die Regierung wollte an sich alle fünf Zentren schon Ende letzten Jahres eröffnen, dann Mitte Februar. Proteste gibt es nur auf Kos.