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Behörden räumen Teile des Flüchtlingslagers in Calais

In dem Flüchtlingscamp in der Nähe der französischen Hafenstadt Calais leben etwa 4.000 Menschen. Die Bedingungen sind für westeuropäische

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Behörden räumen Teile des Flüchtlingslagers in Calais

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In dem Flüchtlingscamp in der Nähe der französischen Hafenstadt Calais leben etwa 4.000 Menschen. Die Bedingungen sind für westeuropäische Verhältnisse unvorstellbar. In der vergangenen Woche teilten die Behörden mit, dass der südliche Teil des Camps, der “Dschungel” bezeichnet wird, geräumt werden soll. Georgia Fayet, von der Dienststelle für Flüchtlinge in Pas-de-Calais meint: “Wünschenswert ist ein organisiertes Camp, das den Anforderungen einer Organisation entspricht, die den Flüchtlingen hilft. Die Menschen leben hier in Notunterkünften und sind dem Regen und dem Schnee ausgesetzt.”

Die Behörden haben die Bewohner gewarnt: Sie können wählen: Entweder werden sie in einem anderen Teil Frankreichs gebracht, wo sie Asyl beantragen können, oder sie werden vorübergehend in Wohneinheiten untergebracht. Allerdings werden ihnen dort die Fingerabdrücke abgenommen. Das macht vielen Angst: Sollte ihnen die Flucht nach Großbritannien gelingen, werden sie nach Frankreich zurückgeschickt. Ein Mann, der aus dem Sudan stammt, sagt: “Die Container eignen sich nicht als Unterkunft. Vergleicht man ein Haus mit einem Container, sieht man den Unterschied.”

“Mohamed”, der freilich so nicht heißt, kommt aus dem syrischen Aleppo, von Beruf ist er Ingenieur. Auch er will nach Großbritannien: “Ich will meine Familienangehörigen wiedersehen. Ich will dort nicht nur essen und schlafen. Sollte sich die Lage in Syrien verbessern, werden die meisten Menschen zurückkehren. Denn jemand muss das Land wieder aufbauen.”

81 Bewohner des Camps haben sich in dieser Woche mit Bussen in andere Teile Frankreichs bringen lassen. Doch viele, zu denen auch “Mohamed” gehört, ziehen es vor hierzubleiben und auf eine Chance zu warten, die ihnen die Flucht auf die andere Seite des Ärmelkanals ermöglicht.