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Wie einst in Bochum: China wickelt Kohle und Stahl ab

China will in der von Überkapazitäten geplagten Kohle- und Stahlindustrie insgesamt 1,8 Millionen Beschäftigte entlassen. Das entspricht 15 Prozent

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Wie einst in Bochum: China wickelt Kohle und Stahl ab

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China will in der von Überkapazitäten geplagten Kohle- und Stahlindustrie insgesamt 1,8 Millionen Beschäftigte entlassen.

Meinung

Das wird eine sehr schwierige Aufgabe

Das entspricht 15 Prozent der Mitarbeiterzahl. “Das wird eine sehr schwierige Aufgabe”, sagte der Minister für Arbeitskräfte und Soziale Sicherheit, Yin Weimin. “Aber wir sind sehr zuversichtlich.” Einen Zeitplan nannte er nicht.

Yin Weimin, Chinas Minister für Arbeitskraft und soziale Sicherheit:

“Wir beginnen in der Kohle- und Stahlindustrie, Überkapazitäten abzubauen und haben bereits erste Zahlen vorliegen. In der Kohleindustrie gehen 1,3 Millionen Jobs verloren, bei Stahl 500.000.”

Die 1,3 Millionen Jobs sind in gut 1.000 Kohle-Bergwerken angesiedelt, die dieses Jahr dichtgemacht werden sollen. In der Kohlebranche sanken die Umsätze wegen der stark verringerten Preise seit dem Jahr 2012 um 27 Prozent, unter dem Strich brachen die Gewinne sogar um 90 Prozent ein, so Analysten (Gavekal).

Um soziale Unruhen zu vermeiden, neue Stellen zu schaffen und Schulden von insolventen Firmen zu begleichen, stellt die Regierung umgerechnet fast 15 Milliarden Euro in den kommenden beiden Jahren zur Verfügung.

Bei einer weit gewaltigeren Umstrukturierung in der Ära des Ministerpräsidenten Zhu Rongji verlor Ende der neunziger Jahre nach offiziellen Angaben knapp ein Drittel der rund 107 Millionen Angestellten in staatlichen Firmen den Job.

su mit Reuters