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Petrobras-Skandal: Großrazzia bei Ex-Präsident Lula

Im Zusammenhang mit Geldwäsche- und Korruptionsermittlungen hat die brasilianische Bundespolizei ein Anwesen des früheren Präsidenten Luiz Inácio

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Petrobras-Skandal: Großrazzia bei Ex-Präsident Lula

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Im Zusammenhang mit Geldwäsche- und Korruptionsermittlungen hat die brasilianische Bundespolizei ein Anwesen des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva nahe der Metropole São Paulo durchsucht.

Lula habe “ruhig reagiert” und sei anschließend zu einem Verhör gebracht worden. Bei dem milliardenschweren Korruptionsskandal geht es um Auftragsvergaben des größten Unternehmens des Landes, des Ölkonzerns Petrobras.

Unter anderem soll ein Luxus-Apartment Lulas an der Atlantikküste mit Schmiergeldern finanziert worden sein. Der 70-Jährige und seine Nachfolgerin Dilma Rousseff bestreiten bisher jede Verwicklung in die Affäre.

An der Razzia in Lulas Residenz waren rund 200 Einsatzkräfte beteiligt. Auch andere Objekte wie ein Haus von Lulas Sohn seien durchsucht worden.

Während des Einsatzes kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des Ex-Präsidenten. Mehrere Dutzend Polizeikräfte gingen zum Teil mit Schlagstöcken dazwischen.

Nach Aussagen von Managern sollen bei überhöhten Vertragsabschlüssen des Petrobras-Konzerns über Jahre hinweg mehrere Prozent der Vertragssumme an Lulas Arbeiterpartei geflossen sein.

Der Kurs der Petrobras-Aktie und anderer brasilianischer Werte brachen nach Bekanntgabe der Razzia vorübergehend um bis zu 18 Prozent ein.