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Nach der Razzia auf türkische Tageszeitung "Zaman": Gibt es noch Pressefreiheit in der Türkei?

Die Stimmen gegen die Angriffe des türkischen Staates auf die Pressefreiheit werden immer lauter. Am Freitag Abend hatte die Polizei das

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Nach der Razzia auf türkische Tageszeitung "Zaman": Gibt es noch Pressefreiheit in der Türkei?

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Die Stimmen gegen die Angriffe des türkischen Staates auf die Pressefreiheit werden immer lauter. Am Freitag Abend hatte die Polizei das Redaktionsgebäude der türkischen Tageszeitung Zaman in Istanbul gestürmt, nachdem sie unter die Aufsicht einer staatlichen Treuhandverwaltung gestellt worden war. Die Polizei versuchte, die Demonstranten mit Wasserwerfern und Tränengas zu zerstreuen.

Gleichzeitig gingen Beamte gegen die Angestellten der von der Gülen-Bewegung finanzierten Zeitung in ihrem Gebäude vor, Überwachungskameras wurden vorher ausgeschaltet.

Für die Journalisten der Zeitung Zaman ist der gestrige Übergriff ein weiterer Beweis für die offene Verfolgung nicht von der Regierung kontrollierter Medien und Konzerne in der Türkei.

Sevgi Akarçeşme, Chefredakteurin “Today’s Zaman”:
“Die Regierung veranstaltet hier eine Hexenjagd. Wie Präsident Erdoğan schon mal gesagt hat: ‘Hexenjagd? Wenn das eine Hexenjagd ist, dann sei es so. Wir machen das.’ Er hat das offen angekündigt und das ist das, was sie jetz tun. Sie führen eine Hexenjagd gegen Oppositionelle durch.”

Dass es Einschränkungen der Pressefreiheit gebe, weist der türkische Präsident Erdoğan zurück.
Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 149 von 180 Staaten, nur knapp vor der Demokratischen Republik Kongo.