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Mazedoniens Präsident: "Der illegale Grenzübertritt ist nicht mehr möglich"

Seit Mittwoch tut es die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien anderen Balkanstaaten gleich und lässt nur noch Menschen mit gültigen Pässen

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Mazedoniens Präsident: "Der illegale Grenzübertritt ist nicht mehr möglich"

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Seit Mittwoch tut es die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien anderen Balkanstaaten gleich und lässt nur noch Menschen mit gültigen Pässen einreisen. In Griechenland dürfte sich deshalb der Rückstau von Menschen weiter verschärfen. Präsident Gjorge Ivanov wies nun Kritik aus Griechenland zurück und kritisiert Europa und Deutschland scharf.

“Unsere Grenze ist nicht geschlossen. Aber der illegale Grenzübertritt von Migranten ist nicht mehr wie in der Vergangenheit möglich”, sagte Ivanov zu Euronews. “Natürlich kann jeder durch, der registriert werden möchte und legale Dokumente hat.”

Deutschland habe humanitär richtig gehandelt aber bei der Sicherheit versagt, so Ivanov in einem anderen Interview mit der deutschen Bild-Zeitung. Die Behörden hätten bereits 9000 gefälschte Pässe konfisziert. Mazedonien bezahle für die Fehler der EU.

Dabei sei Mazedonien trotz der nun implementierten strengen Grenzkontrollen bereit, eine Beitrag in der Flüchtlingskrise zu leisten, sagte Ivanov zu Euronews. “Mazedonien hat schon in der Vergangenheit Flüchtlingen Zuflucht gewährt. Erst der Krieg in Bosnien, dann der Krieg im Kosovo, wir hatten 360.000 Flüchtlinge im Land. Es ist nicht das erste Mal, dass wir unsere Gastfreundschaft anbieten.”

Sein Land habe bereits über 25 Millionen Euro zur Bewältigung der Flüchtlingskrise ausgegeben.
Angebote über den Austausch von Daten und Anfragen Hilfen bei der biometrischen Erfassung seien von der EU und Deutschland ignoriert worden.

Zu Entlastungsmöglichkeiten auf der Griechischen Seite und den Brüsseler Verhandlungen mit der Türkei wollte er sich nicht äußern: “Es ist noch zu früh, darüber zu sprechen. Wir müssen abwarten, zu welchen Lösung man in gut einer Woche kommt. Es ist wichtig, dass Lösungen gefunden werden, denn das hier erst der Anfang der Flüchtlingskrise. Genau genommen werden wir für den Rest unseres Lebens mit solchen Krisen und Migrationsströmen konfrontiert sein.”

Bislang fühle sich sein Land nicht erst genommen, so Ivanov in der Bild. Während die Türkei mit am Verhandlungstisch sitze, sei Mazedonien “Teil der Speisekarte”.