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„Die fünfte Kolonne“ - Hemingways vergessenes Theaterstück

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„Die fünfte Kolonne“ - Hemingways vergessenes Theaterstück

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„Die fünfte Kolonne“ (The Fifth Column), Hemingways einziges Theaterstück, entstanden 1937 im Spanien des Bürgerkriegs, handelt von Spionage und Gegenspionage im belagerten Madrid. Londons “Two’s Company” hat es nun aus der Versenkung geholt und führt es im Southwark Playhouse auf.

„Die fünfte Kolonne“ trägt autobiographische Züge. Es dreht sich um den republikanischen Gegenspionageagenten Philip Rawlings und seine Geliebte, die amerikanische Kriegsberichterstatterin Dorothy Bridges (ein ziemlich genaues Portrait von Hemingways Geliebter Martha Gellhorn).

“Er schrieb das Stück abschnittsweise zwischen den Artillerieangriffen und seinen Exkursionen an die Front, die oft nur 15 Meter vom Hotel entfernt war. Er versteckte das Manuskript unter der Matratze, in der Hoffnung, dass es bei seiner Rückkehr noch da war”, berichtet Produzent Graham Cowley.

In der Liebesgeschichte spiegelt sich der Konflikt zwischen dem Idealismus der Kämpfer der internationalen Brigaden und der Gnadenlosigkeit der spanischen Gruppen.

Auch wenn es nicht als eines seiner besten Werke gilt, so enthüllt es doch einiges über Hemingway. Der gelangweilte, zynische und doch romantische Kriegsberichterstatter Rawlings ist irgendwie eine Kopie Hemingways.

“Ich glaube, er ist eine irgendwie idealisierte Version Hemingways, so wie er sich wohl wünschte, gesehen zu werden – er hat etwas jugendliches an sich, etwas männliches, trinken, mit Frauen abhängen – eine romantische Vorstellung, wie er gerne gesehen worden wäre. Seine Erfahrungen unterscheiden sich von Philip Rawlings. Man kann wohl sagen, das hier ist lustiger”, findet Rawlings-Darsteller Simon Darwen.

Stephen Ventura, der den Hotelmanager spielt, sieht Parallelen zwischen dem Spanien Hemingways und dem Europa von heute.

“Wir müssen uns gegenwärtigen, dass Europa sich in einer tiefen Krise befindet, äußerst instabil ist, Regierung besitzt, die keine Entscheidungen treffen können, Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern nach Europa drängen, um repressiven Regimen zu entfliehen. All das klingt vertraut”, meint Ventura.

Hemingways „Die fünfte Kolonne“ wird noch bis zum 15. April im Southwark Playhouse in Südlondon aufgeführt.

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